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Umschulung zum/zur Erzieher/in

Im Rahmen einer Umschulung zum/zur Erzieher/in erhalten Quereinsteiger eine fundierte Ausbildung als pädagogische Fachkräfte, die ihnen ausgezeichnete Zukunftsaussichten bietet. Im vorschulischen Bereich existiert ein großer Bedarf an qualifizierten Erziehern, was unter anderem auf den starken Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren zurückzuführen ist. Heutzutage ist es längst keine Seltenheit mehr, dass auch Kinder unter drei Jahren in der Kinderkrippe oder im Kindergarten betreut werden, weil beispielsweise beide Elternteile berufstätig sind.Umschulung

Berufsbild Erzieher/in

Die Umschulung zur Erzieherin bringt den Teilnehmern einen verantwortungsvollen und anspruchsvollen Beruf näher. Eltern, die ihr Kind in den Kindergarten bringen, vertrauen auf die Kompetenz der Erzieher und vertrauen diesen ihren Nachwuchs an. Dabei geht es einerseits um die Betreuung und andererseits um die Förderung der Kinder. Um den hohen Anforderungen gerecht werden zu können, benötigen Erzieherinnen umfassendes Fachwissen, das ihnen eine Ausbildung oder Umschulung vermittelt. Nachfolgend finden sich einige Themen, die zu den wesentlichen Inhalten gehören:

  • Grundlagen der Sozialpädagogik
  • Erziehungswissenschaften
  • Psychologie
  • Gesundheitspädagogik
  • Religionspädagogik
  • Frühförderung
  • Elternberatung
  • rechtliche Grundlagen

Ausgerüstet mit diesem Fachwissen sind Erzieher/innen bestens gerüstet für den Arbeitsalltag, der sich auf die Betreuung und Förderung von Kindern konzentriert. Jugendliche und junge Erwachsene können aber ebenfalls im Mittelpunkt der Arbeit stehen. Dies hängt immer davon ab, in welchem Bereich man als Erzieher tätig ist. Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben sich vor allem in den folgenden Bereichen:

  • Kindergärten
  • Kinderheime
  • Horte
  • Vorschulen
  • Familienberatungsstellen
  • Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe

Das Gehalt als Erzieher

Gehalt

Menschen, die eine berufliche Umorientierung wagen, wollen natürlich im Vorfeld mehr über die Verdienstmöglichkeiten erfahren. Erzieher können je nach Einsatzbereich, Qualifikation und Berufserfahrung von einem durchschnittlichen Gehalt zwischen 22.500 Euro und 36.000 Euro brutto jährlich ausgehen. Während Stiftungen und Verbände im Allgemeinen keine allzu üppigen Gehälter zahlen, kann das Einkommen eines Erziehers im öffentlichen Dienst durchaus höher ausfallen.

Umschulung zum Erzieher – Voraussetzungen

Sobald feststeht, dass die Umschulung zum Erzieher den persönlichen Vorstellungen entspricht, geht es um die jeweiligen Voraussetzungen. Wer die schulische Ausbildung zum Erzieher in Angriff nehmen möchte, muss üblicherweise über einen mittleren Bildungsabschluss verfügen. Auch angehende Umschüler sollten daher mindestens die mittlere Reife vorweisen können, um die formalen Zulassungsbedingungen zu erfüllen. Darüber hinaus sollte man Freude am Umgang mit Kindern haben und pädagogisches Interesse mitbringen.

Umschulung zum Erzieher für Quereinsteiger

Umschulung erzieher

Insbesondere für Menschen, die bislang in einer vollkommen anderen Branche tätig waren und sich nun aus verschiedenen Gründen für eine Erzieher-Umschulung entschieden haben, stellt sich die Frage, ob sie als Quereinsteiger die Voraussetzungen erfüllen. Da grundsätzlich keine praktische Erfahrung aus dem Berufsfeld der Pädagogik zwingend vorausgesetzt wird, haben auch Fachfremde gute Chancen. Praxisphasen vermitteln erste praktische Erfahrungen und ergänzen die theoretische Ausbildung.

Wie lange dauert die Umschulung zum Erzieher?

Die Dauer der Umschulung zum/zur Erzieher/in ist ein Punkt, der immer wieder Fragen aufwirft. In diesem Zusammenhang muss man festhalten, dass die Umschulungsdauer vom jeweiligen Anbieter abhängt und auch je nach Bundesland schwankt. Üblicherweise nimmt eine solche Maßnahme zwischen zwei und vier Jahren in Anspruch. Ein wichtiger Punkt sind diesbezüglich auch die eventuell vorhandenen Vorkenntnisse. Diese sind zwar keine zwingende Voraussetzung, können aber für eine Verkürzung der Umschulung sorgen. All diejenigen, die bereits im pädagogischen Bereich gearbeitet oder vielleicht sogar eine relevante Ausbildung abgeschlossen haben, können den staatlich anerkannten Abschluss als Erzieher demnach schneller erreichen.

Umschulung zum Erzieher in Teilzeit

Potentielle Umschüler, die die Erzieherausbildung nicht in Vollzeit absolvieren können, haben an einigen Schulen die Chance, den Beruf in Teilzeit zu erlernen. Bei dieser Variante ist in der Regel ein Schulbesuch von drei Jahren vorgesehen, wobei anschließend noch ein einjähriges Berufspraktikum abzuleisten ist.

Kann man per Umschulung Kindergärtner/in werden?

Wenn es darum geht, im Kindergarten pädagogisch tätig zu werden, haben viele Menschen noch die Berufsbezeichnung Kindergärtner/in im Kopf. Dementsprechend ist die Nachfrage nach Kindergärtner-Umschulungen ebenfalls recht groß. Eine entsprechende Suche nach passenden Qualifizierungsangeboten verläuft jedoch stets ergebnislos. Als Grund ist hier anzuführen, dass das einstige Berufsbild des Kindergärtners nicht mehr existiert. Bereits im Jahr 1967 wurde das Ende der Ausbildung zur Kindergärtnerin besiegelt, so dass es hier auch keine entsprechenden Umschulungen mehr geben kann. Damals fasste die Kultusministerkonferenz den Entschluss, ein einheitliches Berufsbild zu schaffen. So entstand der staatlich anerkannte Erzieher, in dem die separaten Ausbildungen zum Jugend- und Heimerzieher, Hortner und Kindergärtner aufgegangen sind. So ergab sich ein deutlich umfangreicheres Aufgabenspektrum, denn Erzieher sind längst nicht nur in Kindertagesstätten anzutreffen. Wer sich heute auf die Suche nach einer Umschulung zum Kindergärtner begibt, landet so ganz automatisch bei der Qualifizierung als Erzieher/in, die auch Quereinsteigern spannende Perspektiven bietet.

Kosten und finanzielle Unterstützung für die Erzieher-Umschulung

Neben der Dauer und den Voraussetzungen gehören auch die Kosten zu den Rahmenbedingungen der Umschulung zum Erzieher. Wer als Erzieher beruflich noch einmal neu anfangen möchte, sollte das Finanzielle nicht außer Acht lassen und bedenken, dass eine solche Qualifizierungsmaßnahme nicht kostenlos ist. Mitunter kann man aber beim Arbeitsamt oder bei der Rentenversicherung eine Kostenübernahme erwirken, sofern man die jeweiligen Fördervoraussetzungen erfüllt. Arbeitslose, die eine solche Umschulung absolvieren, erhalten von der ARGE zudem möglicherweise finanzielle Unterstützung zum Lebensunterhalt. Eine ausführliche Beratung im Vorfeld einer Umschulung ist somit ein Muss.

Umschulung zum Erzieher über das Arbeitsamt finanzieren

In Anbetracht der Tatsache, dass durch eine Umschulung immense Kosten entstehen können, steht eine private Finanzierung für die meisten Menschen nicht zur Debatte. Nichtsdestotrotz kann man die Chance wahrnehmen und einen zweiten Beruf erlernen, indem man sich um eine Finanzierung durch das Arbeitsamt bemüht. Angehende Erzieher/innen müssen sich daher über die Fördervoraussetzungen der ARGE informieren und so in Erfahrung bringen, ob eine Kostenübernahme durch das Amt möglich ist. Grundsätzlich ist dies der Fall, wenn eine Umschulung zur beruflichen Wiedereingliederung anzuraten ist und der potentielle Umschüler durch die Maßnahme seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig steigern könnte. Da es sich aber immer um eine Einzelfallentscheidung handelt, sollte man gegebenenfalls das Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter suchen.

Welche Möglichkeiten gibt es, eine Umschulung zum Erzieher zu machen?

FragenMenschen, die den Entschluss gefasst haben, sich zur/m Erzieher/in umschulen zu lassen, begeben sich früher oder später auf die Suche nach entsprechenden Qualifizierungsmöglichkeiten, um ihr Ziel zu erreichen. Dabei ergeben sich für angehende Umschüler im Allgemeinen die folgenden Optionen:

  • Fachschule für Sozialpädagogik
    Zuweilen haben Umschüler die Möglichkeit, die klassische Erzieherausbildung zu absolvieren, indem sie eine Fachschule für Sozialpädagogik besuchen.
  • Teilzeitausbildung für angehende Erzieher
    Mitunter kann man an der einen oder anderen Schule nicht nur eine vollzeitschulische Ausbildung, sondern auch eine Teilzeitausbildung zum Erzieher machen. Insbesondere für Menschen aus dem sozialen Bereich, die berufsbegleitend umsatteln möchten, ist dies eine interessante Option.
  • Praxisintegrierte Ausbildung
    Verschiedene Schulen offerieren eine praxisintegrierte Ausbildung, kurz PIA, bei der es sich genau genommen um keine Umschulung, sondern vielmehr um eine Qualifizierung für Menschen handelt, die bereits im erzieherischen Bereich tätig sind und nun parallel dazu einen adäquaten Abschluss erlangen möchten.
  • Umschulungslehrgänge für Erzieher/innen
    Darüber hinaus gibt es ebenfalls spezielle Umschulungslehrgänge, die sich an Arbeitslose und Arbeitssuchende richten, die den Beruf des Erziehers erlernen wollen. Im Gegensatz zu einer Fachschule für Sozialpädagogik lernen hier keine klassischen Auszubildenden, sondern ausschließlich Umschüler.
  • ESF-Bundesmodellprogramm „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas“
    Das ESF-Bundesmodellprogramm „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas“ kann ebenfalls eine Option sein, Erzieher/in zu werden und sich so umschulen zu lassen. Die Besonderheit besteht darin, dass es sich um eine spezielle Erzieherausbildung für Erwachsene handelt, die unter anderem auch mit einer Vergütung daherkommt.

Zielgruppe der Erzieher-Umschulung

Natürlich fragt man sich auch, für wen die Umschulung zur Erzieherin geeignet ist. Grundsätzlich kann eine solche Maßnahme die Basis für einen Quereinstieg schaffen, so dass es keine Rolle spielt, in welchem Bereich man zuvor tätig war. In besonderem Maße ist die Erzieher-Umschulung aber natürlich für all diejenigen geeignet, die bereits über soziale Berufserfahrung verfügen. Zuweilen sind einschlägige Erfahrungen nicht nur ein großes Plus, sondern werden sogar für die Aufnahme an einer Fachschule für Sozialpädagogik vorausgesetzt. Die konkreten Zulassungsvoraussetzungen können aber natürlich variieren.

Handelt es sich um eine ausdrückliche Umschulungsmaßnahme, sind in erster Linie Arbeitslose und Arbeitssuchende die Zielgruppe. Zudem sollten diese bereits einen Beruf erlernt haben oder zumindest über Berufserfahrung verfügen, die jedoch nicht einschlägig sein muss. Rückt man von den formalen Kriterien ab, lässt sich die Zielgruppe der Erzieher-Umschulung dahingehend definieren, dass sich solche Angebote an Menschen mit Interesse an sozialen Berufen richten. Wer gerne mit Kindern umgeht und beispielsweise während der eigenen Familienpause gemerkt hat, dass er pädagogisch arbeiten möchte, liegt so goldrichtig. Weiterführende Inhalte unter Weiterbildung Erzieher


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