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Umschulung zum Lehrer

Die Umschulung zum Lehrer richtet sich an Quereinsteiger, die üblicherweise an einer allgemeinbildenden Schule eine Lehrtätigkeit aufnehmen möchten, ohne die klassische universitäre Ausbildung im Bereich Lehramt absolviert zu haben. Wer sich beruflich verändern und künftig als Lehrkraft seinen Lebensunterhalt verdienen möchte, stellt sich zunächst die Frage, inwiefern eine Umschulung zur Lehrerin überhaupt möglich ist. Um dies zu ergründen, macht es Sinn, die Optionen für einen Quereinstieg ins Lehramt in Augenschein zu nehmen.Umschulung

Der Beruf Lehrer und das Gehalt

Lehrer übernehmen eine wichtige Funktion in der Gesellschaft und sind vor allem für Kinder und Jugendliche wichtige Bezugspersonen. Im Rahmen des Unterrichts an der Schule vermitteln Lehrer umfassende Kenntnisse aus unterschiedlichen Bereichen, die essentiell für die Bildung der Heranwachsenden sind. In der Grundschule geht es vor allem um grundlegende Kompetenzen, wie zum Beispiel das Lesen und Schreiben sowie die Grundrechenarten. Erdkunde, Englisch, Mathematik, Geschichte, Sport, Kunst und viele weitere Fächer werden an den weiterführenden Schulen von entsprechenden Fachlehrern gelehrt. Zudem ist der Berufsschulunterricht eine zentrale Säule der in Deutschland üblichen dualen Berufsausbildung.

GehaltLehrer/innen werden somit in allen Bereichen des Bildungswesens gebraucht und sind entweder an einer staatlichen oder privaten Schule beschäftigt. Auch andere Bildungseinrichtungen bieten Beschäftigungsmöglichkeiten für entsprechende Fachkräfte, deren durchschnittliches Gehalt je nach Einsatzbereich zwischen 32.000 Euro und 65.000 Euro brutto im Jahr liegt.

Quereinstieg ins Lehramt – Als Quereinsteiger Lehrer werden

Grundsätzlich absolvieren angehende Lehrer ein Lehramtsstudium an einer Universität und studieren so neben den Fächern, die sie später unterrichten ebenfalls Pädagogik. Abgesehen von diesem direkten und klassischen Pfad besteht in vielen Bundesländern Deutschlands die Möglichkeit eines Quereinstiegs ins Lehramt. Aufgrund des mitunter vorherrschenden Lehrermangels sind auch Seiteneinsteiger willkommen, die im Zuge einer beruflichen Neuorientierung diesen Beruf für sich entdeckt haben. Wer sich nicht direkt nach dem Abitur für eine pädagogische Laufbahn entschieden und stattdessen einen anderen Beruf ergriffen hat, hat also dennoch durchaus gute Chancen, als Quereinsteiger Lehrer zu werden.

Insbesondere an berufsbildenden Schulen sind Seiteneinsteiger stark vertreten und können oftmals ihre vorherige Berufstätigkeit in den Lehrerberuf einbringen, schließlich geht es hier zumeist darum, die bereits erwachsenen Schüler auf die Abschlussprüfung ihrer Ausbildung sowie das bevorstehende Berufsleben vorzubereiten. Aber auch an Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien kann ein Quereinstieg gelingen, so dass Umschülern der Weg an allgemeinbildende Schulen keineswegs verwehrt wird. Von dem Gedanken, man müsse eine klassische Umschulung zum Lehrer absolvieren, muss man sich allerdings verabschieden, denn der spätere Einstieg in den Schuldienst ist an genau geregelte Pfade geknüpft. Man sollte daher in einem ersten Schritt das Schul-, Kultus- oder Bildungsministerium des Landes kontaktieren, indem man lebt. Wer örtlich flexibler ist, kann sich natürlich auch die Quereinstiegs-Angebote weiterer Bundesländer anschauen und sich so einen Überblick über die Möglichkeiten verschaffen, doch noch Lehrer/in zu werden.

WeiterbildungEine interessante Alternative für all diejenigen, die ein grundständiges Studium absolvieren und den Lehrerberuf neu für sich entdeckt haben, kann der Master of Education im Anschluss an das normale Bachelor-Studium sein. Wer beispielsweise den Bachelor of Arts in Anglistik erwirbt, kann sich für den entsprechenden Master of Education einschreiben und so die Basis für eine Karriere als Englischlehrer schaffen. Auf diese Art und Weise ist man nicht auf spezielle Offerten für Quereinsteiger angewiesen, sondern kann auf Lehramt studieren und die klassische Lehrerausbildung durchlaufen.

Auch wenn das Lehramtsstudium mit dem Bachelor und Master of Education der gewöhnliche Weg für angehende Lehrer ist, existieren alternative Optionen, so dass viele Menschen, die Interesse am Schuldienst haben, die eine oder andere Gelegenheit nutzen können, ihren Berufswunsch zu verwirklichen.

Ist eine Umschulung zum Lehrer ohne Studium möglich?

Eine spezielle Lehrer-Umschulung ist im Allgemeinen nicht erforderlich, wobei Seiteneinsteiger natürlich die notwendigen Qualifikationen für den Schuldienst erwerben müssen. Je nach Bundesland kann dies berufsbegleitend oder in Form des Vorbereitungsdienstes erfolgen. Neben dem Referendariat und der beruflichen Zusatzqualifikation kann auch der Direkteinstieg eine Option sein, obwohl dieser eher die Ausnahme ist. Man muss also nicht auf Lehramt studiert haben, um Lehrer zu werden. Ganz ohne Studium macht eine solche Lehrer-Umschulung aber auch keinen Sinn und ist zumeist ausgeschlossen. Entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen und Seiteneinstiegs-Angebote richten sich folglich an Akademiker. Mehr auch unter Fernstudium Lehramt.

Per Umschulung Lehrer für Grundschule werden

Eine Umschulung in Form eines Seiteneinstiegs zum Lehrer an Grundschulen gestaltet sich im Allgemeinen recht schwierig, da sich die entsprechenden Angebote der Bundesländer üblicherweise auf Haupt- und Realschulen, Gymnasien und berufliche Schulen beziehen. Grundschullehrer müssen demnach Grundschullehramt studiert und den Master of Education erworben haben, um zu dem betreffenden Vorbereitungsdienst zugelassen zu werden.

Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Lehrer-Umschulung

Fragen

Während in vielen anderen Berufen Umschulungen als Vollzeit-Lehrgänge über Bildungsträger angeboten werden, sieht die Umschulung zum Lehrer etwas anders aus. Seiteneinsteiger absolvieren entweder ein Referendariat, erwerben parallel zur Tätigkeit an der Schule berufliche Zusatzqualifikationen oder schaffen den Direkteinstieg in den Schuldienst. Kosten entstehen angehenden Lehrern so in der Regel nicht. Das Referendariat nimmt dann zwischen 18 und 24 Monaten in Anspruch, während der Erwerb der beruflichen Zusatzqualifikation zwischen zwei und drei Jahren dauert.

Ein wichtiger Punkt für Umschüler, die als Lehrer beruflich Fuß fassen möchten, sind die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Quereinstieg. Da jedes Bundesland den Seiteneinstieg individuell regelt, ergeben sich im bundesweiten Vergleich gewisse Differenzen. Aus diesem Grund sollte man das Bildungsministerium des jeweiligen Bundeslandes kontaktieren und so in Erfahrung bringen, welche Voraussetzungen gelten. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise ist eine berufsbegleitende Ausbildung mit 24 Monaten Dauer vorgesehen, die mit den folgenden Voraussetzungen einhergeht:

  • Hochschulabschluss mit einer Regelstudienzeit von mindestens acht Semestern
  • mindestens zwei Jahre Berufserfahrung oder Betreuung eines minderjährigen Kindes nach dem Hochschulabschluss
  • positive Prognose im Zuge des Auswahlverfahrens
  • erforderliche Kenntnisse der deutschen Sprache

Welche Umschulungen kommen für Lehrer infrage?

Wer die komplexe Lehrerbildung absolviert und somit zunächst ein Lehramtsstudium abschließt und danach das Referendariat hinter sich bringt, ist fest entschlossen, Lehrer zu werden. Nicht selten stellt sich aber nach einigen Jahren im Beruf Ernüchterung ein. Insbesondere diejenigen, die in dem Lehramt lediglich eine Notlösung sahen, tun sich mitunter mit dem Lehreralltag an der Schule schwer. Unabhängig von den jeweiligen Gründen kann dann eine Umschulung für Lehrer eine Option sein und ihnen einen beruflichen Neubeginn ermöglichen. Dabei kann man das absolvierte Fachstudium als Basis nutzen und darauf aufbauen. Anstelle einer klassischen Umschulung kommt zu diesem Zweck vielleicht ein berufsbegleitendes Studium, wie zum Beispiel ein Fernstudium, infrage. Im Zuge dessen können Lehrer ihre Kompetenzen ausbauen und sich auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten.

Bevor man den Lehrerberuf ganz an den Nagel hängt, sollte man jedoch alle Optionen durchgehen. Mitunter reicht schon ein Wechsel der Schule, um noch einmal durchzustarten. Auch ein Wechsel in die Verwaltung kommt vielleicht infrage und verhindert einen Verlust des Beamtenstatus beziehungsweise der Anstellung im öffentlichen Dienst.

Wie kann man als DaF-Lehrer an einer Sprachschule arbeiten?

Wer einerseits Gefallen am Beruf des Lehrers findet, andererseits aber dennoch über eine Umschulung nachdenkt, kann mitunter den Schuldienst quittieren und an eine private Bildungseinrichtung wechseln. Dort sind gegenwärtig Lehrer für Deutsch als Fremdsprache sehr gefragt. All diejenigen, die sich dies zunutze machen und Zuwanderern und anderen Ausländern beim Erlernen der deutschen Sprache helfen wollen, profitieren enorm von ihrer abgeschlossenen Lehrerausbildung und Unterrichtserfahrung. Gleichzeitig ist es aber sinnvoll, eine Qualifizierung als DaF-Lehrer/in zu absolvieren und ein entsprechendes Zertifikat zu erwerben. Auf diese Art und Weise können sich einstige Lehrer für den Deutschunterricht für Fremdsprachler rüsten. Eine solche Umschulung kommt dabei selbstverständlich nicht nur für Lehrer infrage, die ein germanistisches Lehramtsstudium abgeschlossen und Deutsch unterrichtet haben. Allerdings wäre dies wohl die optimale Basis für eine Tätigkeit als DaF-Lehrer an einer Sprachschule. Neben privaten Sprachschulen haben zudem auch öffentliche Bildungseinrichtungen, wie zum Beispiel die VHS, immer wieder großes Interesse an entsprechenden Dozenten.

Kann man als Lehrer als Erzieher im Kindergarten arbeiten?Gut zu wissen!

Dass Lehrer Pädagogen sind und aufgrund ihrer Ausbildung etwas von Erziehung und Bildung verstehen, steht vollkommen außer Frage und liegt auf der Hand. Dementsprechend ergeben sich auf den ersten Blick keine Probleme bei einem Wechsel von der Schule in den Kindergarten. Ganz so einfach ist es allerdings doch nicht, denn wer als Erzieher im Kindergarten arbeiten möchte, muss auch als Lehrer eine entsprechende Umschulung absolvieren. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass die Pädagogik im Lehramtsstudium nur ein relativ kleiner Teilbereich und der Ansatz ohnehin ein anderer ist. Trotz des Mangels an qualifizierten Erziehern können Lehrer daher nicht so einfach im Kindergarten arbeiten. Die absolvierte Lehrerbildung kann aber eine solide Grundlage sein und Teilnehmern an einer Umschulung zum Erzieher eine große Hilfe sein.


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