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Umschulung zum/zur Sozialversicherungsfachangestellten

Wer per Umschulung Sozialversicherungsfachangestellte/r werden möchte, kann sich im Rahmen einer solchen zweiten Ausbildung ein interessantes und zukunftsorientiertes Tätigkeitsfeld erschließen. Sozialversicherungsfachangestellte sind gewissermaßen an der Schnittstelle zwischen Gesundheitswesen und Verwaltung anzutreffen und kümmern sich in erster Linie um in Zusammenhang mit Sozialversicherungen anfallende Aufgaben. Oftmals sind sie für Patienten, die mit ihrer Krankenkasse oder einem anderen Sozialversicherungsträger in Kontakt treten, die zentralen Ansprechpartner bei Fragen oder im Falle eines Beratungsbedarfs.

Grundsätzlich müssen sie eine dreijährige Berufsausbildung absolvieren, aber auch entsprechende Umschulungen bieten die Möglichkeit, diesen facettenreichen Beruf zu erlernen.Umschulung

Berufsbild Sozialversicherungsfachangestellte/r

Menschen, die sich beruflich neu orientieren wollen oder müssen und den Sozialversicherungsfachangestellten als neues Karriereziel ins Auge fassen, sollten sich zunächst mit dem Berufsbild auseinandersetzen. Auf diese Art und Weise kann man sich ein Bild davon machen, welche Tätigkeiten zum beruflichen Alltag einer Sozialversicherungsangestellten gehören. Dabei handelt es sich unter anderem um die folgenden Aufgaben:

  • Beitragseinzug
  • Gewährung von Leistungen
  • Feststellung von Versicherungsverhältnissen
  • Beratung von Versicherten
  • Patientenabrechnung

In erster Linie kümmern sich Sozialversicherungsangestellte somit um Verwaltungsaufgaben. Dabei wird während der Ausbildung ein Schwerpunkt gesetzt, der maßgeblich beeinflusst, in welchem Bereich man später als Sozialversicherungsfachangestellte/r tätig wird. Diese Spezialisierung ist angesichts der Komplexität der Materie unerlässlich, denn Sozialversicherungsangestellte sind vor allem aufgrund ihres fundierten und fachspezifischen Wissens begehrte Fachkräfte.

Stellenangebote und Gehalt für Sozialversicherungsfachangestellte

Unabhängig davon, ob man eine klassische Ausbildung absolviert oder an einer Umschulungsmaßnahme zur Sozialversicherungsfachangestellten teilnimmt, stehen grundsätzlich die folgenden Fachrichtungen zur Auswahl:

  • Allgemeine Krankenversicherung
  • Gesetzliche Unfallversicherung
  • Gesetzliche Rentenversicherung
  • Landwirtschaftliche Sozialversicherung
  • Knappschaftliche Sozialversicherung

Die in diesem Beruf möglichen Fachrichtungen machen recht gut deutlich, in welchen Bereichen Sozialversicherungsfachangestellte über gute Beschäftigungsmöglichkeiten verfügen. Neben den eigentlichen Sozialversicherungsträgern haben zudem auch Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen immer wieder einen gewissen Bedarf an qualifizierten Sozialversicherungsfachangestellten. Beispielsweise in Krankenhäusern, medizinischen Behandlungszentren und Reha-Einrichtungen kümmern sie sich vor allem um die Patientenabrechnungen sowie die verwaltungstechnische Koordination mit den Kostenträgern. Zuweilen sind Fachangestellte für Sozialversicherungen ebenfalls im Verbraucherschutz anzutreffen, wo sie Konsumenten eine unabhängige Beratung in Sachen Gesundheitsversorgung bieten.

GehaltAuch angehende Umschüler mit dem Berufsziel Sozialversicherungsfachangestellte wollen vorab wissen, worauf sie sich einlassen. Abgesehen vom Berufsbild sind in diesem Zusammenhang ebenfalls die Verdienstmöglichkeiten von großem Interesse. Aufgrund der unterschiedlichen Fachrichtungen und Beschäftigungsmöglichkeiten ist es jedoch zuweilen schwierig, konkrete Angaben zum Einkommen von Sozialversicherungsfachangestellten zu machen. Nichtsdestotrotz existieren Durchschnittswerte, die besagen, dass das durchschnittliche Gehalt eines Sozialversicherungsfachangestellten zwischen 17.000 Euro und 30.000 Euro brutto im Jahr liegt. Nicht nur die Fachrichtung, sondern auch die Berufserfahrung, der Einsatzbereich sowie die vorhandenen Qualifikationen erweisen sich diesbezüglich als ausschlaggebende Aspekte. Wer nicht nur höher hinaus will, sondern auch einen höheren Verdienst anstrebt, kann seinen Zielen durch anschließende Weiterbildungen, wie zum Beispiel zum Betriebswirt für Krankenkassen oder Krankenkassenfachwirt, näherkommen.

Die Umschulung zum Sozialversicherungsfachangestellten

Für Menschen, die eine zweite Ausbildung zur oder zum Sozialversicherungsfachangestellten machen wollen, um der Arbeitslosigkeit zu entfliehen oder sich aus einem anderen Grund umzuorientieren, liegen mit einer Umschulung goldrichtig. Dabei handelt es sich um die einzige Alternative zur Qualifizierung in dem nach dem Berufsbildungsgesetz staatlich anerkannten Ausbildungsberuf.

Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Umschulung zur Sozialversicherungsfachangestellten

VoraussetzungenVorkenntnisse werden für die Umschulung zur Sozialversicherungsfachangestellten nicht vorausgesetzt, denn ebenso wie die klassische Berufsausbildung setzt diese gewissermaßen bei Null an. Folglich erlernen Umschüler den Beruf von der Pike auf, obwohl die Maßnahme nur zwei statt drei Jahre dauert. Die kürzere Dauer ergibt sich vor allem durch die besondere Struktur von Umschulungen sowie die Tatsache, dass die Teilnehmer in der Regel reifer als junge Schulabgänger sind und bereits über einige Erfahrungen verfügen, obgleich diese aus einem anderen Bereich stammen. Die Umschulung findet üblicherweise außerbetrieblich statt und präsentiert sich somit als Vollzeitlehrgang. Wer in der Verwaltung eines Sozialversicherungsträgers Fuß fassen und eine adäquate Qualifizierung in Angriff nehmen möchte, muss somit noch einmal die Schulbank drücken.

Auch die Kosten der Umschulung zum Sozialversicherungsfachangestellten darf man nicht außer Acht lassen. Zum Teil können recht hohe Lehrgangsgebühren anfallen, während gleichzeitig der Lebensunterhalt laufend finanziert werden muss. Dass man mitunter verschiedene Fördermaßnahmen in Anspruch nehmen und beispielsweise eine Finanzierung über die Arge erreichen kann, mindert den finanziellen Druck. Diesbezüglich sollte man sich frühzeitig beraten lassen, um die Finanzierung der Kosten abzuklären und sich voll und ganz auf die Umschulung einlassen zu können.