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Was ist Bildung?

Was ist Bildung? Bildung ist ein hohes Gut und genießt bei den meisten Menschen einen hohen Stellenwert. Dies gilt auch von staatlicher Seite, schließlich existieren zahlreiche öffentliche Bildungseinrichtungen, allen voran die allgemeinbildenden Schulen. Die Bandbreite des deutschen Bildungssystems reicht vom Elementarbereich in der Kita bis hin zur beruflichen Weiterbildung, Umschulung und Fernstudium im sogenannten Quartärbereich. Neben öffentlichen Bildungseinrichtungen sind hier ebenfalls private Anbieter aktiv, die ebenfalls praktisch alle Bildungsbereiche abdecken. Maßgebend für das Bildungssystem sind verschiedene Gesetze auf Bundes- und Landesebene, wobei der Bildungssektor grundsätzlich Sache der Länder ist.

Unabhängig davon, ob es um den Erwerb grundlegender Kompetenzen, den Aufbau eines Allgemeinwissens oder die berufliche Qualifizierung geht, ist Bildung stets der Schlüssel. Bildung muss demnach nicht immer nur in der Schule stattfinden.

Definition Bildung

Der Begriff Bildung ist Teil des allgemeinen Sprachgebrauchs und üblicherweise geläufig, so dass viele Menschen zu wissen glauben, was Bildung ist. Eine allgemeine Definition des Begriffs Bildung schadet aber dennoch nicht und kann Interessierten die Augen für die Vielfalt der Bildungslandschaft öffnen. Zunächst ist jedoch festzuhalten, dass keine einheitliche Definition existiert und es durchaus unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema gibt. In der Regel lässt sich Bildung aber als Gesamtheit aller persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten eines Menschen beschreiben. Wichtig zu wissen ist dabei, dass Bildung nie endet und sich jeder Mensch während seines gesamten Lebens weiterentwickelt. Das vielfach propagierte lebenslange Lernen ist demnach keine neuartige Modeerscheinung, sondern absolute Normalität.

Welche Bildungsformen gibt es?

Bildung ist nicht gleich Bildung, sondern kann auf unterschiedlichste Art und Weise erfolgen. Grundsätzlich finden Bildungsprozesse tagtäglich statt, denn der Mensch sammelt stetig Erfahrungen und entwickelt sich weiter. Wenn vom Bildungsbereich die Rede ist, sind aber zumeist die verschiedenen Bildungsformen gemeint, die auf speziellen Bildungseinrichtungen basieren. Dort geht es in erster Linie um die Erfüllung des Bildungsauftrags, wobei ergänzende Institutionen den Bildungssektor komplettieren.

Nachfolgend finden Interessierte die einzelnen Stufen des deutschen Bildungssystems, das bereits im Kleinkindalter ansetzt.

Elementarbereich

Der Elementarbereich beschreibt die erste Stufe des Bildungssystems und widmet sich der vorschulischen Bildung. Kinder, die noch nicht der Schulpflicht unterliegen, erhalten so eine Betreuung, Bildung und Förderung. In der Elementarstufe sind die folgenden Einrichtungen verwurzelt:

  • Kindergärten
  • Kinderkrippen
  • Kindertagesstätten
  • Vorschulen

Primarbereich

In der Wahrnehmung vieler Menschen beginnt die Bildung mit der Einschulung, so dass sie den Primarbereich als erste Stufe des Bildungssystems betrachten. Bezieht man sich ausschließlich auf die schulische Bildung, ist dies auch durchaus zutreffend. Im Allgemeinen wird dem ISCED Level 1 die erste schulische Bildung von Kindern der Primarstufe zugeordnet. In der Bundesrepublik Deutschland obliegt der Primarbereich den Grundschulen. In den Klassen 1 bis 4 beziehungsweise 1 bis 6 in Berlin und Brandenburg erfüllen die Kinder die ersten Jahre der allgemeinen Schulpflicht und erhalten Unterricht in den Bereichen Deutsch, Mathematik, Medien, Sport und Sachunterricht. In erster Linie geht es hier um die elementare Bildung, die sich auf den Schriftspracherwerb sowie den Erwerb grundlegender Rechenkenntnisse konzentriert.

Sekundarbereich I

Nach der Beendigung der Grundschule wechseln die Kinder auf eine weiterführende Schule und somit in den Sekundarbereich I. Dieser Stufe gehören die Schulen der mittleren Bildung an, die das ISCED Level 2 vertreten. In Deutschland existieren in der Sekundarstufe I die folgenden Schulformen:

  • Hauptschule
  • Realschule
  • Sekundarschule
  • Regionalschule
  • Regelschule
  • Mittelschule
  • Oberschule
  • Gymnasium
  • Gesamtschule

Je nach Bildungsform steht am Ende der betreffenden Schulzeit der Erwerb eines Bildungsabschlusses oder auch der Wechsel in den Sekundarbereich II an. Leider kommt es auch immer wieder vor, dass Schüler die Bildungsziele nicht erreichen und ohne Abschluss aus der Sekundarstufe I nach Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht ausscheiden.

Sekundarbereich II

Wer seine Schulpflicht erfüllt hat und sich weiter seiner Bildung widmen möchte, kann die Sekundarstufe II besuchen. Im Allgemeinen stehen in diesem Zusammenhang die folgenden Formen zur Auswahl:

  • gymnasiale Oberstufe
  • berufsbildende Schulen
  • Kollegs und Abendgymnasien

In der Oberstufe geht es um die Allgemeinbildung oder um die berufliche Bildung, so dass es hinsichtlich der inhaltlichen Ausrichtung keine allgemeingültigen Angaben geben kann. Folglich kann es sich einerseits um die Sekundarstufe II an einer allgemeinbildenden Schule handeln oder um den schulischen Teil einer dualen Berufsausbildung gehen. Ziel ist so entweder der Erwerb einer Hochschulzugangsberechtigung oder eines Berufsabschlusses.

Tertiärbereich

Der sogenannte Tertiärbereich setzt nach der Hochschulzugangsberechtigung an und beschreibt die wissenschaftliche Ausbildung an Hochschulen. Zudem sind auch Berufsakademien, Fachakademien und Fachschulen auf dieser Ebene des Bildungssystems angesiedelt.

Quartärbereich

Wer sich einen umfassenden Überblick über die in Deutschland etablierten Bildungsformen verschaffen möchte, stößt zuweilen auch auf Bildungsangebote, die sich keinem der zuvor genannten Bereiche zuordnen lassen. Dabei handelt es sich in erster Linie um Weiterbildungen, die auf einer abgeschlossenen Berufsausbildung und/oder mehrjähriger Berufserfahrung aufbauen. In diesem Zusammenhang spricht man vom Quartärbereich. Wenn es um eine berufliche Weiterbildung geht, kann man folgendermaßen differenzieren:

  • Anpassungsfortbildung
  • Aufstiegsfortbildung
  • Erhaltungsfortbildung
  • Erweiterungsfortbildung

Bekannte Abschlüsse aus dem Quartärbereich sind unter anderem der Meister, Fachwirt, Geprüfte Betriebswirt und Fachkaufmann.

Zweiter Bildungsweg

Menschen, die sich intensiv mit dem Thema Bildung auseinandersetzen und den Wunsch verspüren, einen höheren allgemeinbildenden Abschluss zu erwerben, sind auf dem zweiten Bildungsweg goldrichtig. So besteht beispielsweise an Kollegschulen, Volkshochschulen, Abendschulen oder auch Fernschulen die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss, die mittlere Reife oder auch das Abitur nachzuholen.

Bildung in Deutschland – Das Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland

Anhand der unterschiedlichen Bildungsformen wird der Facettenreichtum des deutschen Bildungssystems schnell deutlich. Dieser wird durch die Tatsache, dass in den einzelnen Bundesländern zum Teil variierende Regelungen existieren, noch verstärkt. Trotz der Kulturhoheit der Länder existieren bundesweit Bestrebungen zum Erreichen einheitlicher Bildungsstandards.

Ein wichtiger Aspekt ist natürlich auch die Bildungsfinanzierung. Grundsätzlich wird der deutsche Staat seinem Bildungsauftrag gerecht, indem er staatliche und somit öffentlich finanzierte Bildungseinrichtungen betreibt. Darüber hinaus existieren aber auch Privatschulen, die sich der allgemeinschulischen Bildung widmen und üblicherweise Gebühren erheben. Im Bereich der Weiterbildung ist dies absolute Normalität, wobei Förderungen, wie zum Beispiel Bildungsgutscheine oder BAföG, den finanziellen Druck zumindest mindern.

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