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Welcher Lerntyp bist du und wie lernt es sich am besten?

Wie schnell falsche Lernmethoden zum Misserfolg führen können, wissen auch die Autoren und Mitarbeiter von ACAD WRITE. Um hier ein wenig Unterstützung zu bieten, haben sie wichtige Fakten für ein nachhaltiges Lernen zusammengefasst.

Bei der Vorbereitung auf Klausuren, verfolgt ja jeder Studierende so seine eigenen Strategien – manche mit besseren Erfolgen als andere. Ein häufiges Mittel zum Zweck besteht hier in Lernmethoden, die lediglich das Kurzzeitgedächtnis bedienen. Hier geht es vor allem darum, sehr schnell sehr viel Wissen abzuspeichern, um es kurzfristig abrufen und zu Papier bringen zu können. Gelernt hat man dabei nichts, die Klausur ist aber wenigstens bestanden und das ewige Problem des Nichtwissens ist zumindest solange verschoben, bis es vom Studium in den Job geht und man das Gefühl hat, nichts gelernt zu haben. Ups.

Wichtig ist also, eine nachhaltige Lernstrategie zu entwickeln. Hierzu setzen sich verschiedene Bereiche mit der Frage auseinander, welche Rolle unsere Sinne bei der Informationsverarbeitung spielen. Fakt ist, dass die Erinnerungsfähigkeiten des Menschen sich individuell voneinander unterscheiden – das, was dem einen im Kopf bleibt, bleibt nicht auch zwingend dem anderen im Kopf. Eine wichtige Rolle spielt hier vor allem, über welche Wahrnehmungskanäle die Informationen bei uns ankommen (Hören, Sehen, Fühlen). Daraus resultieren verschiedene Lerntypen, die mit ganz unterschiedlichen Strategien die besten Resultate erzielen.

Welcher Lerntyp bist du?welcher lerntyp bist du?

Unterschieden wird in Lerntypen, die jeweils auf die Sinne Hören, Sehen und Fühlen zurückzuführen sind. Während der eine also besonders gut das verinnerlichen kann, was ihm akustisch vermittelt wird, klappt es beim anderen besser, wenn Infos visuell aufgenommen werden oder praktisch umgesetzt werden können. Dazu kommt ein vierter Lerntyp – der kommunikative Typ –, bei dem zwischenmenschliche Interaktionen zu den besten Ergebnissen führen. Das zeigt sich auch unmittelbar im Uni-Alltag: Während Studenten, die am besten über akustische Informationsvermittlung lernen, nur an der ein oder anderen Vorlesung teilnehmen müssen, um das Klausurwissen abzuspeichern, schlafen die anderen Lerntypen hier lieber ein wenig länger.

Richtig gehört: Der auditive Lerntypauditive lerntyp

Auditive Lerntypen haben eine Begabung für das Verarbeiten von Informationen, die sie über das Gehör aufnehmen. Diesem Lerntyp fällt es leicht, Vorträgen und mündlichen Erklärungen zu folgen. Auditive Typen erinnern sich sehr gut an das, was am Telefon besprochen wurde, und bevorzugen Hörbücher gegenüber gedrucktem Text. Wenn sie alleine lernen, lesen sie den Stoff gerne laut vor, weil sie ihn sich so besser merken können. Hintergrundgeräusche werden dabei meist als störend empfunden.

Short Facts:

Für den auditiven Lerntyp bietet es sich an, sich ruhige Orte zum Lernen zu suchen und sich zum Auswendiglernen Texte laut vorzulesen.

Am besten performt dieser Lerntyp dann, wenn Fragen beantwortet sollen, deren Antworten innerhalb von Vorlesungen vermittelt wurden. Am schlechtesten dafür bei den Tests, bei denen innerhalb einer kurzen Zeitspanne etwas gelesen werden musste, um dann Fragen zum Text zu beantworten.

Genau hinsehen: Der visuelle Lerntypvisuelle lerntyp

Visuelle Lerntypen sind gut darin, sich Dinge zu merken, die sie gesehen oder gelesen haben. Sie sind oft Statistik-Junkies und lieben Infografiken, weil sie visualisierte Informationen besonders erfolgreich verarbeiten. Rein auditive Vorträge langweilen visuelle Typen. Frontalunterricht ergibt für sie wenig Sinn, aber sie lesen gerne und es fällt ihnen leicht, ein Thema zu verstehen, mit dem sie sich in Eigenrecherche auseinandersetzen. Gelesenes und Geschriebenes werden oft so gut verarbeitet, dass visuelle Typen sich beim Lernen einer Fremdsprache nicht nur die Vokabeln merken, sondern auch, an welcher Stelle im Vokabelheft sie genau notiert waren.

Short Facts:

Visuelle Lerntypen lernen dann am besten, wenn sie sich Mindmaps und Lernkarteien erstellt haben, welche die zu lernenden Informationen visualisieren.
Dieser Lerntyp performt am besten, wenn ein Prozess dargestellt bzw. beschrieben werden soll, den er vorher visualisieren konnte. Am schlechtesten performt er dann, wenn es darum geht, sich Vorlesungen anzuhören und darauf aufbauende Fragen zu beantworten.

Einfach ausprobieren: Der motorische Lerntypmotorische lerntyp

Der motorische Lerntyp erzielt dann die besten Ergebnisse, wenn er sich praktisch mit der Materie auseinandersetzt. Motorisch veranlagte Menschen erfassen Dinge besonders schnell, die sie selbst ausprobieren. Sie erinnern sich hervorragend an Wissen, dass sie „in Aktion“ erlebt haben – sei es durch das Auseinandernehmen eines Gerätes, das Durchführen eines Experimentes oder den Besuch einer Ausstellung.

Short Facts:

Der motorische Lerntyp arbeitet sich am besten in ein Thema ein, indem er Modelle dazu erstellt oder praktische Beispiele anwendet.

Er performt am besten, wenn es darum geht, kurze Definitionen wiederzugeben oder einen Multiple-Choice-Test zu beantworten. Am schlechtesten performt er dann, wenn es um lange Tests geht bzw. Kurzessays geschrieben werden sollen.

Drüber reden: Der kommunikative Lerntyp

kommunikative lerntyp

Kommunikative Lerntypen haben ein besonderes stark ausgeprägtes Talent und Bedürfnis für soziale Interaktion. Sie lernen am besten, wenn sie ein Thema in der Gruppe diskutieren. Erklärungen, die durch einen Dialog entstehen, prägen sich am besten in das Gedächtnis ein. Das zwischenmenschliche Erlebnis, ob im Klassenzimmer oder in einer Lerngruppe, verspricht die besten Lernergebnisse.

Short Facts

Dieser Lerntyp lernt am besten, wenn er Lerngruppen gründet und die Informationen im kommunikativen Austausch mit anderen wiederholt und diskutiert.
Er performt am besten in Seminaren, in denen er sich aktiv am Unterricht beteiligen kann, dafür aber am schlechtesten, wenn es um Frontalunterricht geht, dem ein Kurztest folgt, zu dem kein Austausch stattfand.

Richtig lernen: Keine Angst vor Mischkonsum 😉

Viele Eigenschaften, die wir als (Halb-)Erwachsene zeigen, lassen sich auf das zurückführen, was wir in unserer Kindheit gelernt haben. Wusstest du z. B., dass Kinder, die häufig im Garten gearbeitet haben, eine ausgeprägtere Lernmotivation zeigen und sicherer im Umgang mit neuen Informationen sind? Praktisch ist es auch, mit 3D-Puzzlen zu spielen, ein bisschen Gehirn-Jogging hat noch nie geschadet und so können wir immerhin so tun, als wären wir beim Sport gewesen – Kalorien werden beim Lernen immerhin auch verbraucht, und zwar ganze 1,5 Kalorien.

Zahlreiche Studien belegen, dass vielseitige Lernstrategien die besten Erfolge versprechen. Je mehr Sinne eine Information verarbeiten, desto eher bleibt sie im Gedächtnis. Wenn sich beispielsweise ein auditiver Lerntyp an 50 % des Gehörten erinnert, kann eine zusätzliche visuelle, motorische oder kommunikative Verarbeitung des Lernstoffes durchaus einen positiven Effekt haben.

Außerdem lassen sich nur die wenigsten Menschen eindeutig einem bestimmten Lerntypus zuordnen. Die meisten von uns lernen am besten über verschiedene Kanäle. Es ist also ratsam, verschiedene Lernmethoden auszuprobieren und so zu einer individuellen Strategie zu gelangen. Um herauszufinden, welcher Lerntyp du bist bzw. wie stark die unterschiedlichen Lerntypen in dir ausgeprägt sind und ob du dir Vorlesungen eventuell ganz sparen kannst, empfehlen wir diesen kostenlosen Lerntypentest. Für alle visuell und auditiv veranlagen Leser empfehlen wir außerdem dieses Video, das die vier Lerntypen in wenigen Minuten anschaulich erklärt.

 

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überhaupt nicht eher weniger soweit ok gut sehr gut
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