Unabhängiges Ratgeberportal

Weiterbildung für Architekten

Bei einer Weiterbildung für Architekten geht es in erster Linie darum, die im Studium erlangten Kenntnisse und Fähigkeiten aufzufrischen und zu erweitern. Gleichzeitig spielen die Fortbildungspunkte eine nicht zu unterschätzende Rolle, so dass die Anerkennung der Weiterbildungen bei verschiedenen Verbänden sowie den Architektenkammern ein ebenfalls nicht zu unterschätzendes Thema ist. Angesichts der vielfältigen und verantwortungsvollen Aufgaben, die Architektinnen und Architekten im Berufsleben erwarten, sollte bei Angehörigen dieser Berufsgruppe stets eine gewisse Bereitschaft in Sachen Fortbildung vorhanden sein.

Wer sich als Architekt beruflich weiterentwickeln möchte und eine aussichtsreiche Karriere anstrebt, sollte nach dem Studium weitere Qualifizierungen ins Auge fassen und auf diese Art und Weise vielleicht auch eine Spezialisierung absolvieren.berufsqualifizierung

Architekt – Beruf, Gehalt und Karrieremöglichkeiten

Der Beruf Architekt übt auf viele Menschen eine große Faszination aus und erweist sich daher oftmals als Traumberuf. Die zentralen Aufgaben des Architekten, der zuvor ein Studium der Architektur erfolgreich abgeschlossen haben muss, sehen folgendermaßen aus:

  • Standortanalysen
  • Machbarkeitsstudien
  • Vorplanung von Bauprojekten
  • Genehmigungsplanung
  • Bauüberwachung
  • Baudokumentation
  • Koordination kommunaler Baumaßnahmen
  • Entwurfsplanung

GehaltVon der Kundenakquise über den Entwurf und die Vorplanung bis hin zur Koordination der Bauarbeiten betreuen Architekten sämtliche Phasen des Baus und haben somit großen Anteil am Entstehen neuer Bauten. Da in diesem Zusammenhang gestalterische, rechtliche, technische, physikalische und wirtschaftliche Aspekte gleichermaßen von Bedeutung sind, bedarf es einer fundierten Ausbildung.

Wer als Architekt mit all diesen Kompetenzen aufwarten kann, kann mit einem durchschnittlichen Gehalt zwischen 24.000 Euro und 48.000 Euro brutto im Jahr rechnen. Weiterbildungen bringen nicht nur die Karriere voran, sondern lohnen sich auch finanziell, denn beispielsweise im Bauingenieurwesen sind deutlich höhere Gehälter möglich.

Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten für Architekten

Mit dem Studienabschluss in Architektur hat man längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht und kann durchaus immer weiter lernen. Als Architekt muss man vielfältige Aufgaben übernehmen und stößt so regelmäßig auf Themengebiete, mit denen man vielleicht nicht ganz so gut vertraut ist.

Auch wenn es um eine leitende Position im Management eines Unternehmens beziehungsweise eine vielversprechende Laufbahn im öffentlichen Dienst geht, tun Architekten gut daran, sich dem Thema Weiterbildungen zu widmen. Seminare und berufsbegleitende Studiengänge können der Karriere sehr zuträglich sein.

Weiterbildung als Architekt per Seminar

Architekten, die sich in einzelnen Bereichen fortbilden und so beispielsweise spezialisieren wollen, treffen mit einem entsprechenden Seminar stets eine gute Wahl. Berufsbegleitend können sie sich fortbilden und ihre beruflichen Kompetenzen nachhaltig erweitern. Zahlreiche Bildungseinrichtungen offerieren Seminare im Bereich Architektur und richten sich dabei an studierte Architekten. Dies trifft in besonderem Maße auf die Architektenkammern zu, die Seminare unter anderem zu den folgenden Themen anbieten:

  • Schallschutz im Hochbauseminar
  • Projektmanagement
  • Brandschutz
  • Bauüberwachung
  • Kostenmanagement
  • Öffentliches Baurecht
  • Vergaberecht
  • Gebäudemanagement

Auf der Suche nach einem passenden Seminar zur Architekten-Fortbildung muss man grundsätzlich zwischen Weiterbildungen der Kammern sowie anerkannten Weiterbildungsangeboten von Drittanbietern differenzieren. Mitunter existieren noch weitere Offerten, wobei man auf eine Anerkennung durch die Kammer großen Wert legen sollte.

Fortbildungspunkte für Architekten sammeln

Im Studium müssen angehende Architekten sogenannte ECTS-Credit Points sammeln, um die Vorgaben des international anerkannten Bachelors oder Masters zu erfüllen, denn seit dem Bologna-Prozess basiert das europaweit einheitlich gestufte Studienmodell auf diesen Leistungspunkten. Das Sammeln von Punkten hört nach dem Hochschulabschluss aber noch nicht auf, denn die Architektenkammern sowie verschiedene Fachverbände verlangen von ihren Mitgliedern die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen. Anerkannte Seminare und Lehrgänge bedeuten nicht nur zusätzliches Wissen, sondern werden außerdem mit Fortbildungspunkten belohnt.

Die Architektenkammern verpflichten ihre Mitglieder zu regelmäßigen Fortbildungen in einem vorgegebenen Umfang. Die Fortbildungspunkte für Architekten machen es allen Beteiligten leichter, zu überblicken, ob die Fortbildungsverpflichtung erfüllt wurde oder welche Seminare dazu geeignet sind, diese Pflicht zu erfüllen. Das Weiterbildungsangebot ist demnach bepunktet und erlaubt einen raschen Überblick über die jeweils möglichen Fortbildungspunkte.

Ein gutes Beispiel ist in diesem Zusammenhang die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, die von ihren Mitgliedern den Erwerb von mindestens 32 Fortbildungspunkten innerhalb eines vierjährigen Abrechnungszeitraums verlangt. Im Gegenzug gibt es dann die Fortbildungsurkunde AKH. Architekten, die nicht nur ihre Pflicht erfüllen und ein großes Interesse an weiteren Qualifikationen haben, werden für ihr Engagement belohnt und erhalten das Fortbildungssiegel AKH, sofern sie zusätzlich noch mindestens 64 weitere Fortbildungspunkte gesammelt haben.

Berufsbegleitendes Studium als Fortbildung für Architekten

Der Zugang zum Architektenberuf setzt zumindest ein grundständiges Studium der Architektur voraus. Architekten haben ihr Fach also studiert und verfügen über einen anerkannten Abschluss. Nichtsdestotrotz kann es auch zu Weiterbildungszwecken sinnvoll sein, einen weiteren Studiengang zu belegen. Für aktive Architekten dürfte ein berufsbegleitendes Studium besonders interessant sein, denn so können sie neben dem Beruf studieren und ihre Qualifikation auf wissenschaftlichem Niveau ausbauen.

Speziell wenn es um Führungspositionen geht, kann beispielsweise ein Fernstudium mit dem Ziel Master eine vielversprechende Option sein. Wer ein berufsbegleitendes Studium in Erwägung zieht, sollte die folgenden berufsbegleitenden Studiengänge besonders berücksichtigen:

Warum sollten Architekten über eine Weiterbildung nachdenken?

FragenIm Rahmen des Architekturstudiums lernen Architekten alles, was sie für ihren Job benötigen. Danach steht einer erfolgversprechenden Berufstätigkeit nichts mehr im Wege. Architektinnen und Architekten sollten allerdings nicht den Fehler machen, das Thema Qualifizierung nun vollends abzuhaken. Weiterbildungen sind für Architekten wichtig und helfen ihnen, auf dem Laufenden zu bleiben. Neue Entwicklungen aus der Baubranche können im Zuge dessen aufgegriffen werden.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, über den Tellerrand hinaus zu schauen und sich Themen zu widmen, die im klassischen Architekturstudium kaum Platz haben. Auf diese Art und Weise können Architekten ihren Kompetenzbereich nachhaltig erweitern, was wiederum zu einer Verbesserung der Jobchancen führt. Außerdem darf man nicht vergessen, dass die Architektenkammern regelmäßige Weiterbildungen verlangen und von ihren Mitgliedern erwarten, dass diese fleißig Fortbildungspunkte sammeln.

Wie finden Architekten die richtige Weiterbildung?

Dass die eine oder andere Weiterbildung für Architekten notwendig und sinnvoll ist, steht außer Frage. Allerdings stellt sich nun die Frage, wie man die richtige Qualifizierung findet. In erster Linie sollten Architekten ihre aktuellen Kenntnisse analysieren, die aktuellen Entwicklungen in der Architektur beobachten und zudem einen Abgleich mit ihren individuellen Karriereplänen durchführen.

Die Lehrgangsform muss zudem zur gegenwärtigen Lebenssituation passen. Weiterhin sollte ergründet werden, ob die Architektenkammer die betreffende Weiterbildung anerkennt und es somit wertvolle Fortbildungspunkte gibt.

Wie lässt sich eine Architekten-Weiterbildung mit dem Beruf vereinbaren?

Viele Architektinnen und Architekten wissen zwar um den Wert zusätzlicher Qualifikationen, nehmen aber dennoch Abstand von einer Weiterbildung, weil sie im Job nicht pausieren wollen oder können. Eine Vereinbarkeit mit dem Beruf und auch mit der Familie ist jedoch bei vielen Architekten-Weiterbildungen vorhanden, weil sie in berufsbegleitender Form angeboten werden. Abendkurse, Fernlehrgänge, Bildungsurlaube, Workshops und auch ein Studium neben dem Beruf sorgen dafür, dass der Beruf der weiteren Qualifizierung keinesfalls im Wege steht.

Zumindest in der Theorie lässt sich so alles wunderbar unter einen Hut bringen. In der Praxis ist dies aber eine enorme Herausforderung, denn einerseits muss man als Architekt gute Arbeit leisten und andererseits parallel dazu dem Anspruch der Qualifizierung gerecht werden. Wer seinen Alltag gut organisiert und strukturiert, kann aber durchaus erfolgreich sein und sich so berufsbegleitend weiterbilden. Neben der persönlichen Einstellung ist dabei vor allem die jeweilige Lehrgangsform maßgebend.


Sie fanden diesen Beitrag hilfreich?
4.2/522 ratings