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Umschulung zum Verwaltungsfachwirt

Per Umschulung Verwaltungsfachwirt/in werden zu wollen, können Interessierte direkt verwerfen, denn eine entsprechende Umschulungsmaßnahme für Quereinsteiger kann es nicht geben. Verwaltungsfachwirt ist ein Fortbildungsabschluss, der im Zuge einer kaufmännischen Weiterbildung aufbauend auf der einschlägigen Vorbildung erlangt werden kann. Da die Teilnahme an einem solchen Lehrgang für einen beruflichen Neustart sorgen kann, ist zuweilen von einer Verwaltungsfachwirt-Umschulung die Rede.

Unabhängig davon, ob die korrekte Bezeichnung genutzt wird oder nicht, bietet die Qualifizierung als Verwaltungsfachwirt/in viel Potenzial. Um dieses bestmöglich nutzen zu können, lohnt es sich, sorgfältig zu recherchieren. Im Folgenden können sich Interessierte einen Eindruck verschaffen und auf dieser Grundlage ihre Entscheidung treffen.

Umschulung

Verwaltungsfachwirt/in – Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten

Verwaltungsfachwirte sind typischerweise in leitender Position anzutreffen und kümmern sich um qualifizierte Sachbearbeiteraufgaben.

Dabei sind sie Angestellte im gehobenen Verwaltungsdienst und finden insbesondere in den folgenden Bereichen Beschäftigungsmöglichkeiten vor:

  • Kommunalverwaltungen
  • Landesverwaltungen
  • Bundesverwaltungen
  • EU-Behörden
  • Kirchen-Verwaltungen
  • Hochschulen
  • Verbände

Je nach Einsatzbereich und Qualifikationsprofil kann das Einkommen zwar variieren, aber durchschnittlich erwirtschaften Verwaltungsfachwirte ein Gehalt von 39.000 Euro bis 58.000 Euro brutto im Jahr.

Verwaltungsfachwirt/in werden

Wer Verwaltungsfachwirt/in werden möchte, muss dazu keine Umschulung im eigentlichen Sinne absolvieren. Stattdessen steht eine kaufmännische Weiterbildung an, die auch als Verwaltungslehrgang II, Angestelltenlehrgang II oder Beschäftigtenlehrgang II bezeichnet wird. Interessierte sollten zudem wissen, dass der Verwaltungsfachwirt gewissermaßen als der Meister der Verwaltungsberufe gilt.

Ein hoher Anspruch ist somit gegeben und ergibt sich aus den folgenden typischen Inhalten:

  • Rechtswissenschaft
  • Staatskunde
  • Politikwissenschaft
  • Volkswirtschaftslehre
  • Organisation
  • Personalmanagement
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Rechnungswesen
  • Kommunikation
  • Verwaltungsmanagement

Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Qualifizierung als Verwaltungsfachwirt/in

Die Umschulung zum Verwaltungsfachwirt an einer Verwaltungsschule beziehungsweise an einem Studieninstitut unterliegt gewissen Rahmenbedingungen, mit denen sich Interessierte vorab unbedingt vertraut machen sollten. Nachfolgend gibt es eine grobe Übersicht, die lediglich der ersten Orientierung dienen kann, denn von Bundesland zu Bundesland kann es durchaus Unterschiede geben.

  • Voraussetzung: abgeschlossene Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte/r, Fachangestellte/r für Bürokommunikation, Kaufmann/-frau für Büromanagement, abgeschlossene Laufbahnprüfung für den mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienst oder abgeschlossener Verwaltungslehrgang I (Fachprüfung I)
  • Dauer: je nach Bundesland und Lehrgangsform beispielsweise 12 bis 36 Monate
  • Kosten: variabel, beispielsweise 5.000 Euro bis 10.000 Euro

Wie geht es nach der Qualifikation als Verwaltungsfachwirt/in weiter?

WeiterbildungEine abgeschlossene Weiterbildung zum Verwaltungsfachwirt ist eine solide Basis für eine Karriere in der öffentlichen Verwaltung. Interessierte sollten aber auch danach das lebenslange Lernen zu ihrem Motto machen und sich weiterbilden. Zu diesem Zweck können sie an Seminaren und Kursen teilnehmen. Die zunehmende Akademisierung ist ebenfalls nicht zu verachten und rückt passende Studienangebote in den Mittelpunkt des Interesses.

Für Menschen, die bereits im Berufsleben stehen, ist ein klassisches Studium in Vollzeit und Präsenz nicht zu bewerkstelligen. Verwaltungsfachwirte tun daher gut daran, ein berufsbegleitendes Studium ins Auge zu fassen. Dieses bietet eine gute Vereinbarkeit mit dem Beruf, da es per Fernstudium, Abendstudium oder Teilzeitstudium zum Bachelor oder Master führt.

Insbesondere die folgenden Studiengänge kommen für Verwaltungsfachwirte infrage:

  • Verwaltungswissenschaft
  • Verwaltungsmanagement
  • Rechtswissenschaft
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Public Management
  • Public Administration

Welche Alternativen gibt es zur Verwaltungsfachwirt-Umschulung?

Obwohl viele Aspekte dafür sprechen, den Weg als Verwaltungsfachwirt/in einzuschlagen, kann hier von Alternativlosigkeit keine Rede sein. Daher sollten Interessierte nicht zu schnell eine Wahl treffen, sondern zunächst auch an mögliche Alternativen denken. Im Falle der Verwaltungsfachwirtin sind hier vor allem die folgenden ähnlichen Weiterbildungen zu nennen:

  • Betriebswirt/in für Recht
  • Betriebswirt/in für Kommunikation und Büromanagement
  • Personalfachkaufmann/-frau
  • Personaldienstleistungsfachwirt/in

Ansonsten kann ein berufsbegleitendes Studium nicht nur eine vielversprechende Weiterbildung nach dem Fachwirt sein, sondern auch anstelle der kaufmännischen Weiterbildung zum Verwaltungsfachwirt direkt in Angriff genommen werden. Es lohnt sich also, über den Tellerrand hinauszuschauen.

Achtung! Tipp aus der Redaktion

Der Abschluss als Verwaltungsfachwirt/in kann beruflich ein Türöffner sein und erfolgreichen Absolventen dieser kaufmännischen Weiterbildung zum ersehnten Aufstieg auf der Karriereleiter verhelfen. Der Reiz dieser Qualifizierung steht somit außer Frage.

Die Umsetzung erweist sich allerdings immer wieder als große Herausforderung. Aus diesem Grund sollten Interessierte offen recherchieren und auch den folgenden Tipp aus unserer Redaktion beherzigen.

Nutzen Sie die Möglichkeit einer berufsbegleitenden Weiterbildung zum Verwaltungsfachwirt!

Die Umschulung beziehungsweise Weiterbildung zum Verwaltungsfachwirt erweist sich immer wieder als vielversprechender Karrierebaustein. Da es aber ebenso auf berufspraktische Erfahrungen und Kompetenzen ankommt, erscheint ein zeitweiser Ausstieg aus dem Job zugunsten eines Vollzeit-Lehrganges unsinnig.

Zudem ist dies für viele Menschen ohnehin nicht realisierbar. Eine berufsbegleitende Qualifizierung in Teilzeit kommt angehenden Verwaltungsfachwirten dahingegen sehr entgegen. So können sie weiterhin in der Praxis tätig sein und ein festes Gehalt erwirtschaften, während sie zugleich den Fachwirt-Abschluss anstreben.


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