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Umschulung Pharmareferent

Die Umschulung zum Pharmareferenten beziehungsweise zur Pharmareferentin ist eigentlich gar keine Umschulungsmaßnahme, sondern fällt eher in die Kategorie der Weiterbildungen. Da viele Menschen die Qualifizierung nutzen, um einen beruflichen Neustart zu bewerkstelligen, ist aber dennoch vielfach von einer Umschulung die Rede. Indem man eine solche Maßnahme erfolgreich absolviert, schafft man eine gute Basis für eine vielversprechende Laufbahn in der pharmazeutischen Industrie sowie anderen Zweigen des Gesundheitswesens.

Zunächst sollte man sich allerdings eingehend mit der Umschulung zum Pharmareferenten auseinandersetzen und die Details rund um die Umschulung und den Beruf ergründen. Nur durch eine solche Vorbereitung kann man schlussendlich die richtige Wahl treffen und den Grundstein für eine erfolgreiche zweite Karriere legen.

Umschulung

Umschulung zur Pharmareferentin beziehungsweise zum Pharmareferenten – Beruf und Gehalt

Wer die Umschulung zum Pharmareferenten anstrebt oder sich auf andere Art und Weise für eine entsprechende Tätigkeit qualifizieren möchte, sollte wissen, was auf ihn zukommt. Dementsprechend ist es wichtig, sich mit dem Berufsbild zu befassen und zu erkennen, dass Pharmareferenten in erster Linie im Auftrag der Pharma-Industrie tätig werden. Ihre Aufgabe besteht darin, Informationen über die Produkte und Angebote des jeweiligen Anbieters zu verbreiten und auf diese Art und Weise den Absatz zu fördern. Zu diesem Zweck suchen sie beispielsweise Apotheken, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und auch Kliniken auf, denn dort treffen sie mit Angehörigen von Heilberufen auf ihre zentrale Zielgruppe.

GehaltDie Kundenberatung ist gewissermaßen das Steckenpferd eines jeden Pharmareferenten, der sich dem Vertrieb widmet. Darüber hinaus obliegt ihm unter anderem auch die Dokumentation etwaiger Nebenwirkungen oder Begleiterscheinungen, die die Ärzte und Apotheker bei ihren Patienten beobachten konnten. Daraus kann das Unternehmen wichtige Erkenntnisse ziehen, die der weiteren Entwicklung zugutekommen.

Dass der Beruf des Pharmareferenten von großer Bedeutung ist, wird anhand der Schnittstellenposition zwischen Pharma-Industrie und den Angehörigen der Heilberufe deutlich. All diejenigen, die darüber nachdenken, diesen Beruf zu ergreifen, interessieren sich natürlich auch für die Verdienstmöglichkeiten. Je nach Einsatzbereich, Position, Unternehmensgröße und Erfahrung kann es zwar Unterschiede geben, doch im Durchschnitt bewegt sich das jährliche Brutto-Gehalt zwischen rund 42.000 Euro und 60.000 Euro.

Die Umschulung zum Pharmareferenten

Die Qualifizierung als Pharmareferent/in kommt grundsätzlich als bundesweit einheitlich geregelte Weiterbildung daher, kann aber umgangssprachlich auch als Umschulung bezeichnet werden. Maßgebend ist in diesem Bereich die Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Pharmareferent/Geprüfte Pharmareferent/in, kurz PharmRefPrV. Darin ist unter anderem definiert, dass die Qualifizierung mindestens einen Umfang von 1.000 Stunden aufweisen und dabei die folgenden Themen behandeln muss:

  • Naturwissenschaften
  • Medizin
  • Pharmakologie
  • Krankheitslehre
  • Pharmakotherapie
  • Gesundheitsmanagement und -ökonomie
  • Pharmamarkt, Arzneimittelrecht
  • Pharmamarketing
  • Kommunikation

Abschließend steht dann die Prüfung zur Geprüften Pharmareferentin beziehungsweise zum geprüften Pharmareferenten an, die das Ende der beruflichen Weiterbildung markiert und den Startschuss für die zweite Karriere als Pharmareferent gibt.

Menschen, die einen medizinischen, heilberuflichen, naturwissenschaftlichen oder kaufmännischen Beruf erlernt haben, können auf eine solche Maßnahme verzichten und sich als Externe der Pharmareferenten-Prüfung stellen, sofern sie eine einschlägige Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren vorweisen können.

Voraussetzungen

Wer sich zum Pharmareferenten umschulen lassen möchte, muss gewisse Voraussetzungen erfüllen. Grundsätzlich wird eine abgeschlossene Ausbildung in einem kaufmännischen, medizinischen, heilberuflichen oder naturwissenschaftlichen Beruf in Kombination mit einer mindestens zweijährigen Berufspraxis verlangt. Das Fehlen einer abgeschlossenen Berufsausbildung kann man gegebenenfalls durch eine fünfjährige Berufspraxis ausgleichen, sofern diese als einschlägig bezeichnet werden kann.

Dauer

Umschüler/innen, die sich im Rahmen eines entsprechenden Lehrgangs auf die Pharmaprüfung vorbereiten möchten, um sich anschließend Geprüfte/r Pharmareferent/in nennen zu dürfen, müssen mindestens 1.000 Unterrichtsstunden absolvieren. Wie lange das dauert, hängt vor allem von der Lehrgangsform ab. Im Allgemeinen kann man von mindestens drei Monaten ausgehen.

Kosten

Als Pharmareferent/in kann man ein ansehnliches Gehalt erwirtschaften und Karriere machen, so dass sich die Umschulung im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt macht. Zuvor muss man aber die Finanzierung der Umschulungsmaßnahme sicherstellen und sollte wissen, dass sich die Kosten beispielsweise auf rund 3.500 Euro belaufen können. Neben Ersparnissen können Förderungen durch die Agentur für Arbeit oder nach dem Aufstiegsfortbildungsgesetz den finanziellen Druck erheblich minimieren.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Pharmareferenten?

WeiterbildungAls Pharmareferent/in kann man sich beruflich durchaus weiterentwickeln, indem man die vorhandenen Weiterbildungsmöglichkeiten nutzt. Im Zuge dessen kann man beispielsweise Ausbilder/in für Pharmareferenten und Pharmareferentinnen werden. Neben Seminaren zu einzelnen Themen darf dabei auch das berufsbegleitende Studium nicht unerwähnt bleiben. Trotz Job kann man so ein naturwissenschaftliches oder pharmazeutisches Fach studieren und anstelle eines Weiterbildungsabschlusses einen akademischen Grad mit internationaler Anerkennung erlangen.

Wer bietet Umschulungen zum Pharmareferenten an?

Wenn es zunächst um die Pharmareferenten-Umschulung geht, muss ergründet werden, wo man einen solchen Lehrgang absolvieren kann. Als Anbieter treten hier vor allem Schulen der Pharmaindustrie sowie private Bildungsanbieter in Erscheinung. Mithilfe einer Berufsberatung oder auch im Rahmen einer Online-Recherche kann man fündig werden und kommt seinem Traumberuf so einen bedeutenden Schritt näher.

Achtung! Zwei Tipps aus der Redaktion:

Die Weiterbildung beziehungsweise Umschulung zum Pharmareferenten ist recht anspruchsvoll, was nicht zuletzt an der abschließenden Prüfung liegt. Wer sich dieser Herausforderung stellt, sollte sich dessen bewusst sein und gut gemeinte Ratschläge annehmen. Im Folgenden gibt es zwei Tipps aus unserer Redaktion, die vor allem bei der Entscheidung für oder auch gegen die Pharmareferenten-Umschulung hilfreich sein können.

Sehen Sie Ihre Eignung für den Beruf des Pharmareferenten kritisch!

Selbstkritisch zu sein, muss nicht immer hinderlich sein, sondern kann beispielsweise auch dabei helfen, zu ergründen, ob man mit der Umschulung zum Pharmareferenten die richtige Wahl trifft. Die formalen Voraussetzungen lassen sich leicht klären und sind hier noch das kleinste Problem. Stattdessen sollten Interessierte ihre persönliche Eignung als Pharmareferent/in hinterfragen, um ein böses Erwachen spätestens nach Abschluss der Weiterbildung zu verhindern. Medizinisches Interesse, Kommunikationsstärke sowie ein gewisses Verkaufstalent sollten Pharmareferenten gegeben sein, wobei sie das Fachliche natürlich im Rahmen der Qualifizierung lernen.

Berücksichtigen Sie auch Alternativen zur Pharmareferenten-Umschulung!

Die Umschulung zum Pharmareferenten ist durchaus beliebt, aber trotzdem nicht alternativlos. Insbesondere zu Beginn des Entscheidungsprozesses lohnt es sich, verschiedene Optionen zu beachten und unter anderem die folgenden Qualifizierungen ebenfalls auf dem Schirm zu haben:

  • Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r
  • Pharmazeutisch-technische/r Assistent/in
  • Pharmakant
  • Medizinprodukteberater/in

Mitunter ist auch ein thematisch passendes Studium denkbar, denn nach einem naturwissenschaftlichen Studium kann man unter gewissen Umständen die Qualifikation als Pharmaberater/in erlangen, ohne sich der Pharmaprüfung stellen zu müssen.


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