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Umschulung zur Tierarzthelferin

Mit der Umschulung zur Tierarzthelferin beziehungsweise zum Tierarzthelfer erfüllen sich viele Menschen einen Traum. Berufe mit Tieren erfreuen sich schon bei Schülern großer Beliebtheit, doch am Ende landen nur relativ wenige Schulabgänger auch tatsächlich in Tierberufen. Viele schlagen eine andere berufliche Laufbahn ein und sehen in ihrer Tierliebe lediglich ein Hobby, das nicht dem Broterwerb dient.

Wer dies aber ändern möchte und ohnehin eine Umschulung plant, um sich neue Perspektiven zu verschaffen, kommt unter anderem auch auf den Beruf der Tierarzthelferin. Diese Bezeichnung ist allerdings nicht mehr zeitgemäß, weshalb heutzutage von Tiermedizinischen Fachangestellten die Rede ist. Auf der Suche nach einer zweiten Ausbildung in diesem Bereich sollte man folglich nach einer Umschulung zur Tiermedizinischen Fachangestellten Ausschau halten.Umschulung

📌 Berufsbild Tierarzthelfer/in – Karriere als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r

Bevor man sich auf die Suche nach konkreten Umschulungsangeboten begibt, sollte man sich intensiv mit dem Berufsbild auseinandersetzen. Insbesondere im Falle einer Umschulung, die gewissermaßen die zweite Chance bildet, sollte man sich hinsichtlich der Wahl absolut sicher sein. Folglich ist es unerlässlich, sich mit dem Beruf der Tiermedizinischen Fachangestellten zu befassen, bevor man sich um eine entsprechende Umschulung bemüht.

Grundsätzlich werden Tierarzthelfer/innen überall dort gebraucht, wo eine medizinische Versorgung von Tieren erfolgt. Dies ist insbesondere in den folgenden Bereichen der Fall:

  • Tierarztpraxen
  • Tierkliniken
  • Forschungslabors
  • Zoos und Tierparks
  • Veterinärämter

Tiermedizinische Fachangestellte treten als Assistenten des Tierarztes in Erscheinung und kümmern sich üblicherweise um die Büroorganisation in der Praxis. Das Spektrum reicht somit von der bloßen Terminvergabe über die Beratung der Patientenbesitzer bis hin zur Führung der Patientenakten.

Die Verdienstmöglichkeiten als Tiermedizinische Fachangestellte

GehaltFinanzielle Aspekte spielen bei der Berufswahl regelmäßig eine große Rolle. Im Falle einer Umschulung zur Tiermedizinischen Fachangestellten ist dies nicht anders, weshalb die Verdienstmöglichkeiten in diesem Bereich von großer Bedeutung sind. Die Arbeit mit Tieren empfinden Tierarzthelfer zwar als sehr erfüllend, gleichzeitig dürfen sie aber nicht vergessen, dass sie nicht nur ihrer Berufung folgen, sondern gleichzeitig einem Beruf nachgehen, der der Finanzierung des Lebensunterhalts dienen soll.

Die vorhandene Berufserfahrung, der Einsatzbereich und die Position, die man bekleidet, sind in diesem Zusammenhang ausschlaggebende Faktoren. Üblicherweise lässt sich das durchschnittliche Gehalt einer Tiermedizinischen Fachangestellten trotz gewisser Schwankungen auf 18.000 Euro bis 24.000 Euro brutto im Jahr beziffern.

Die Umschulung zum Tiermedizinischen Fachangestellten

Üblicherweise absolvieren angehende Tierarzthelfer eine dreijährige Berufsausbildung in der Berufsschule und im Betrieb. Umschüler bilden hier eine Ausnahme und besuchen in der Regel Vollzeitlehrgänge, die sich speziell an Erwachsene richten und diesen die Möglichkeit geben, eine zweite Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte zu machen. Praktika vermitteln dabei das praktische Know-How und ergänzen die Umschulungsmaßnahme.

Voraussetzungen für die Umschulung zur Tierarzthelferin

Um per Umschulung Tierarzthelferin zu werden, muss man gewisse Voraussetzungen erfüllen. Zu beachten ist unter anderem, dass sich Umschulungen für gewöhnlich an Erwachsene richten, die bereits einige berufliche Erfahrungen mitbringen. Aus welchem Bereich die Berufspraxis stammt, ist daher irrelevant. Interesse an der Medizin und Freude im Umgang mit Tieren sollten jedoch eine absolute Selbstverständlichkeit sein, wenn man sich zur Tiermedizinischen Fachangestellten umschulen lassen möchte.

Dauer der Tierarzthelfer-Umschulung

Die Umschulung zum Tiermedizinischen Fachangestellten dauert in der Regel zwei Jahre und fällt somit kürzer als die klassische Ausbildung aus. Dies ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass es sich um einen speziell für Erwachsene konzipierten Vollzeitlehrgang handelt.

Kosten der Umschulung zur Tiermedizinischen Fachangestellten

Nicht nur die Tatsache, dass man während der Umschulung zur Tierarzthelferin kein Geld verdient, kann zu einer echten Belastung werden, schließlich erheben die Anbieter zumeist hohe Gebühren. Die Kosten können sich so auf mehrere Tausend Euro belaufen, weshalb eine Förderung durch die Arbeitsagentur oder Rentenversicherung ein absolutes Muss ist.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Tiermedizinische Fachangestellte

WeiterbildungUnabhängig davon, ob man eine klassische Ausbildung oder eine Umschulung absolviert hat, muss der erfolgreiche Abschluss als Tiermedizinische Fachangestellte keineswegs Stillstand bedeuten. Tierarzthelfer können auf der Karriereleiter aufsteigen, indem sie eine der zahlreichen Möglichkeiten zur Weiterbildung nutzen und sich weiterqualifizieren.

Dabei muss es sich nicht zwingend um ein Studium der Veterinärmedizin handeln, obgleich dieses durchaus eine interessante Option sein kann. Für Tiermedizinische Fachangestellte kommen unter anderem auch die folgenden Qualifizierungen infrage:

  • Betriebswirt/in für Kommunikation und Büromanagement
  • Praxismanager/in
  • Fachwirt/in für Büro- und Projektorganisation
  • Tierheilpraktiker/in
  • Tierphysiotherapeut/in

Darüber hinaus macht es natürlich auch Sinn, an Seminaren und Lehrgängen teilzunehmen, um sich intensiver mit einzelnen Themen zu befassen, die für Tierarzthelfer relevant sind.

Wer bietet Umschulungen für Tierarzthelfer an?

Eine betriebliche Umschulung zum Tierarzthelfer beziehungsweise zur Tierarzthelferin entspricht der dualen Berufsausbildung und findet dementsprechend in Tierkliniken und Tierarztpraxen statt. Außerbetriebliche Umschulungsmaßnahmen zeichnen sich dahingegen durch ein schulisches Lehrgangskonzept aus.

Entsprechende Angebote finden Interessierte typischerweise an Berufsfachschulen sowie bei privaten Bildungsanbietern, die auf die externe Prüfung vorbereiten. Wer nun nach Umschulungsanbietern sucht und nicht fündig wird, muss wissen, dass die Berufsbezeichnung Tierarzthelfer/in längst überholt ist. Heutzutage spricht man von Tiermedizinischen Fachangestellten.

Welche Alternativen gibt es zur Umschulung zum Tierarzthelfer?

Gut zu wissen!Unterschiedlichste Gründe können ausschlaggebend dafür sein, dass man trotz anfänglichen Interesses umschwenkt und nach Alternativen zur Tierarzthelfer-Umschulung sucht. Je nach persönlicher Interessenlage und Karriereplanung bieten sich Umschulungen in den folgenden Berufen als Alternativen an:

  • Tierpfleger/in
  • Fachkraft für Medizinprodukteaufbereitung
  • Medizinische/r Fachangestellte/r

Bei den Alternativen geht es entweder nicht um Tiere oder der medizinische Bereich wird nicht so stark fokussiert. Welche Alternative in Betracht kommt oder ob es zwingend der Beruf des Tiermedizinischen Fachangestellten sein soll, muss jeder Mensch für sich individuell entscheiden. Grundsätzlich schadet es aber nicht, die Alternativen zu kennen und so vorab genau abwägen zu können, welchen Karriereweg man einschlägt.

Welches Studium ist als Alternative zur Umschulung zur Tierarzthelferin geeignet?

Anstelle oder auch Ergänzend zu einer Umschulung zur Tierarzthelferin beziehungsweise Tiermedizinischen Fachangestellten kann zudem der eine oder andere Studiengang interessant sein. Zuweilen ist sogar ein berufsbegleitendes Studium möglich, wodurch den Teilnehmern ein Höchstmaß an Flexibilität zuteilwird. Erwähnenswerte Studiengänge sind hier typischerweise:

  • Tiermedizin
  • Biologie
  • Pharmazie
  • Tierschutz
  • Ökologie

Wie funktioniert die Umschulung zur Tierarzthelferin?

Der Ablauf von Umschulungsmaßnahmen für angehende Tiermedizinische Fachangestellte kann sich unterschiedlich gestalten. Zunächst kann man hier auf die betriebliche Variante verweisen, die stark an die klassische Ausbildung erinnert und vornehmlich in der Tierarztpraxis oder Tierklinik stattfindet.

Umschüler/innen machen relativ selten Gebrauch von dieser Option und absolvieren eher eine außerbetriebliche Maßnahme, die als Vollzeitlehrgang daherkommt und somit eher an eine schulische Ausbildung erinnert. In beiden Fällen steht am Ende die offizielle Prüfung an, um den Berufsabschluss als Tierarzthelfer/in zu erlangen.

Die Teilzeitausbildung zur Tierarzthelferin

Angehende Tiermedizinische Fachangestellte absolvieren üblicherweise eine duale Berufsausbildung, die drei Jahre in Anspruch nimmt und während dessen in Vollzeit abzuleisten ist. Nebenjobs, private Verpflichtungen durch die Pflege Angehöriger oder die Betreuung von Kindern und anderweitige berufliche Verpflichtungen haben hier wenig Platz.

Es gibt aber Lebenssituationen, in denen man dennoch eine Berufsausbildung absolvieren und so nebenbei den Berufsabschluss nachholen möchte. Die Teilzeitausbildung zur/zum Tiermedizinischen Fachangestellten macht dies möglich und sieht eine verringerte Ausbildungszeit im Betrieb pro Woche vor.

Die immer stärker nachgefragten und offerierten Teilzeitausbildungen können interessante Alternativen zu einer Umschulungsmaßnahme darstellen, die mitunter ebenfalls in Teilzeit abgeleistet werden können. Eine berufsbegleitende Ausbildung zur Tierarzthelferin ist dies allerdings nicht, denn das berechtigte Interesse zur Inanspruchnahme einer Teilzeitausbildung wird vornehmlich Menschen zugesprochen, die ihre eigenen Kinder erziehen und betreuen oder Angehörige pflegen.

Welche Inhalte behandelt die Umschulung zur Tierarzthelferin?

FragenInteressierte an einer Umschulung zur/zum Tiermedizinischen Fachangestellten erkennen rasch die unterschiedlichen Abläufe und müssen anerkennen, dass es sich um unterschiedliche Ausbildungswege handelt.

Auf die Anerkennung hat dies allerdings keinen Einfluss, denn es geht stets darum, den Berufsabschluss als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r zu erlangen. Es ist somit nicht verwunderlich, dass es bei den Inhalten keine wesentlichen Unterschiede gibt.

Wer Tierarzthelfer/in werden möchte, muss sich demnach den folgenden Themen widmen:

  • Grundlagen der Tiermedizin
  • Biologie
  • Kommunikation
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Verwaltung
  • Infektionsschutz
  • Hygiene
  • Diagnostik
  • tierärztliche Assistenz
  • Labor
  • Röntgen und Strahlenschutz
  • Praxisorganisation
  • tierärztliche Hausapotheke
  • Qualitätsmanagement
  • Tierpflege
  • Beratung und Betreuung der Patientenbesitzer/innen
  • OP-Assistenz

Wer sollte eine Umschulung zum Tierarzthelfer in Betracht ziehen?

Umschulungen richten sich stets an Menschen, die bereits gewisse berufliche Erfahrungen haben, nun aber durch eine Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit jegliche Perspektiven verloren haben. Durch die Umschulung zur Tiermedizinischen Fachangestellten können sie wieder Hoffnung schöpfen und zudem einen erfüllenden Beruf erlernen, der ihnen beste Aussichten bietet.

Wer dabei noch von einem Beruf mit Tieren träumt und medizinisch interessiert ist, kann sich als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r verwirklichen. Kommunikationsstärke, Belastbarkeit und Organisationsgeschick sind nicht nur während der Qualifizierung, sondern im gesamten Berufsleben als Tierarzthelfer/in von größter Wichtigkeit. Zudem sollte man zwar Respekt, aber keine Angst vor Tieren haben und auch in stressigen Situationen Ruhe ausstrahlen, denn dies überträgt sich auf die Tiere und Patientenbesitzer/innen.

Wo kann man eine Förderung der Umschulung zur Tierarzthelferin erhalten?

Dass im Rahmen einer Umschulung zur Tierarzthelferin teils beträchtliche Kosten entstehen, bleibt nicht aus. Die Teilnahme an einer solchen Qualifizierungsmaßnahme muss aber keine Frage des Geldes sein, denn es besteht die Möglichkeit, Förderungen in Anspruch zu nehmen.

Die folgenden Stellen sind dann die richtigen Adressen:

  • Arbeitsamt
    Die Agentur für Arbeit beziehungsweise das Jobcenter kann eine Umschulung zum Tiermedizinischen Fachangestellten befürworten und fördern. Diese Förderung besteht typischerweise aus der Übernahme der Lehrgangskosten und Hilfen zum laufenden Lebensunterhalt.
  • Rentenversicherung
    Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen ihren alten Beruf nicht mehr ausüben können, können sich durch eine TFA-Umschulung neue Perspektiven sichern. Im Falle einer Berufsunfähigkeit dient die Umschulung der beruflichen Wiedereingliederung und ist daher eine Angelegenheit der Rentenversicherung.

Falls alle Stricke reißen, kann man mitunter auf Ersparnisse zurückgreifen, eine Ratenzahlung vereinbaren oder einen Kredit aufnehmen, um sich zur Tiermedizinischen Fachangestellten umschulen zu lassen.

Achtung! Zwei Tipps aus der Redaktion

Tierarzthelfer/in ist für viele Menschen ein absoluter Traumberuf, weil sie so ihre Tierliebe beruflich nutzen können. Wer in jungen Jahren keine Gelegenheit dazu hatte oder seine Chance versäumt hat, kann eine Phase des beruflichen Umbruchs nutzen, um sich zum Tiermedizinischen Fachangestellten umschulen zu lassen. Die folgenden Tipps aus der stzgd.de-Redaktion sollen dabei behilflich sein.

Hinterfragen Sie Ihre persönliche Eignung als Tierarzthelfer/in!

Die formalen Voraussetzungen für eine Umschulung zur Tiermedizinischen Fachangestellten halten sich in Grenzen, so dass Interessierte leichten Zugang zu entsprechenden Maßnahmen erhalten können. Der spätere Erfolg im Beruf steht und fällt jedoch mit der persönlichen Eignung als Tierarzthelfer/in.

Hier kommt es auf eine tiefe Tierliebe und einen ruhigen Umgang mit den tierischen Patienten an. Zugleich darf man keine Hemmungen haben, bei tiermedizinischen Behandlungen zu assistieren. Der Umgang mit den Patientenbesitzern erfordert zudem Einfühlungsvermögen und Kommunikationsstärke. Wer all diese Eigenschaften für sich verbuchen kann, hat gute Chancen auf eine Laufbahn als Tierarzthelfer/in.

Machen Sie sich das lebenslange Lernen zu Eigen!

Unabhängig davon, ob man die Berufsausbildung oder eine Umschulungsmaßnahme abgeschlossen hat, ist man als Tierarzthelfer/in bestens für den beruflichen Alltag in der Tierarztpraxis gerüstet. All diejenigen, die mehr erreichen und Karriere machen wollen, sollten jedoch die Weiterbildungsmöglichkeiten zu nutzen wissen und sich das lebenslange Lernen zu Eigen machen.

Auf diese Art und Weise bleiben sie stets auf dem Laufenden und zeigen zudem ihr außerordentliches Engagement, wodurch die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt besonders vielversprechend ausfallen.


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