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Umschulung zum Mechatroniker

Die Umschulung zum Mechatroniker erschließt den Teilnehmern entsprechender Maßnahmen einen überaus vielseitigen und zudem zukunftsorientierten Beruf. Der Begriff Mechatronik zeugt bereits von der Vielseitigkeit, da er sich aus Mechanik und Elektronik zusammensetzt. Ergänzend befasst man sich ebenfalls mit der Regelungstechnik, Informationstechnik und Steuerungstechnik.Umschulung

📌 Berufsbild Mechatroniker – Ausbildung und Berufschancen

Das Berufsbild des Mechatronikers lässt sich aufgrund der Vielseitigkeit schwer umreißen. Einen guten Eindruck von dem Beruf vermittelt die nachfolgende Auflistung der typischen Tätigkeiten:

  • Herstellung von Bauteilen
  • Installation von mechatronischen Systemen
  • hydraulische, elektrische, mechanische, informationstechnische und pneumatische Komponenten zu funktionsgerechten Systemen zusammenfügen
  • Planung von Arbeitsabläufen
  • Metallverarbeitung
  • Aufbau und Programmierung von mechatronischen Regelungs-, Steuerungs-, Mess- und Überwachungssystemen
  • Aufbau von Bus-Systemen und Netzwerken
  • Wartung, Instandhaltung und Reparatur von Anlagen
  • Inbetriebnahme von mechatronischen Systemen

In Anbetracht dieser umfassenden Fähigkeiten ist es nicht verwunderlich, dass sich qualifizierten Mechatronikern zahlreiche Berufschancen eröffnen. Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben sich unter anderem in den folgenden Bereichen:

  • Automatisierungstechnik
  • Medizintechnik
  • Kommunikations- und Informationstechnik
  • Fahrzeugbau
  • Maschinen- und Anlagenbau

Die Montage komplexer Systeme, die Installation von Steuerungssoftware, der Bau elektrischer, mechanischer und elektronischer Komponenten sowie die Instandsetzung von Systemen erfordern weitreichende Kenntnisse aus unterschiedlichen Bereichen. In der Mechatronik muss man somit hohen Ansprüchen gerecht werden. Die 3,5-jährige Berufsausbildung in diesem Beruf dient als adäquate Vorbereitung und erfolgt üblicherweise in der Industrie, wobei der anerkannte Ausbildungsberuf mitunter auch im Handwerk angeboten wird.

Das Gehalt als Mechatroniker

GehaltGute Berufsaussichten und vielseitige Tätigkeiten sprechen für eine Karriere in der Mechatronik. Wer Interesse an dem Berufsbild hat und sich eine berufliche Zukunft in der Mechatronik vorstellen kann, will im Vorfeld üblicherweise auch mehr über die Verdienstmöglichkeiten erfahren.

Wie allgemein üblich, erweist es sich als recht schwierig, konkrete Angaben zum durchschnittlichen Einkommen zu machen, weil die Berufserfahrung, der Verantwortungsbereich, die Branche sowie die Größe des Unternehmens großen Einfluss auf die finanzielle Seite des Berufs haben. Nichtsdestotrotz lässt sich das durchschnittliche Gehalt als Mechatroniker auf 21.500 Euro bis 36.000 Euro brutto im Jahr beziffern.

Mechatroniker und Kfz-Mechatroniker – Die Unterschiede

In Zusammenhang mit der Berufsbeschreibung des Mechatronikers muss im Allgemeinen ein besonderes Augenmerk auf die Abgrenzung zum Kfz-Mechatroniker gelegt werden. Aufgrund der recht ähnlichen Bezeichnungen besteht auf den ersten Blick eine große Verwechslungsgefahr. Eine intensivere Auseinandersetzung mit den beiden Berufen verdeutlicht aber die Unterschiede, die zwischen diesen beiden eigenständigen Berufsbildern bestehen.

Kfz-Mechatroniker ist demnach ein klassischer Autoberuf, der sich je nach Schwerpunkt auf Personenkraftwagentechnik, Karosserietechnik, Nutzfahrzeugtechnik, System- und Hochvolttechnik oder Motorradtechnik konzentriert. Kraftfahrzeuge stehen dabei jedoch immer im Fokus. Im Gegensatz dazu sind Mechatroniker ausgebildete Fachkräfte für den Maschinen- und Anlagenbau und kümmern sich als solche um unterschiedliche Anlagen, Maschinen und mechatronische Systeme.

Die Umschulung zum Mechatroniker

Üblicherweise erlernt man den Beruf des Mechatronikers im Zuge einer dualen Berufsausbildung. Menschen, die bereits einen Erstberuf erlernt haben und nun aus unterschiedlichen Gründen umsatteln möchten beziehungsweise müssen, können sich dementsprechend qualifizieren, indem sie eine Umschulung absolvieren. Während einer solchen Maßnahme werden die Umschüler an die Aufgaben eines Mechatronikers herangeführt und erwerben das umfangreiche Fachwissen, das sie für die spätere Berufsausübung brauchen.

Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Mechatroniker-Umschulung

Je nach Bildungsanbieter und Unterrichtsform nimmt die Umschulung zum Mechatroniker 24 bis 30 Monate in Anspruch. Umschüler, die eine betriebliche Umschulung im dualen System absolvieren, müssen mit einer Dauer von 3,5 Jahren rechnen. Formal setzt die Ausbildung keine bestimmte Vorbildung voraus. Wer eine entsprechende Umschulung ins Auge fasst, sollte aber handwerkliches Geschick und Interesse an mechanischen und elektronischen Aufgaben haben.

Insbesondere eine außerbetriebliche Umschulung, die als Vollzeitlehrgang daherkommt, geht zumeist mit recht hohen Kosten einher. Nur die wenigsten Menschen werden eine solche Maßnahme daher selbst bezahlen können. Wer die Förderbedingungen des Arbeitsamtes beziehungsweise gegebenenfalls der Rentenversicherung erfüllt, kann von einer Kostenübernahme profitieren und erhält somit finanzielle Unterstützung während der Umschulung. Auf diese Art und Weise soll eine weitere Teilhabe am Berufsleben gefördert und ermöglicht werden.

Möglichkeiten zur Weiterbildung für Mechatroniker

WeiterbildungUnabhängig davon, ob man die klassische Ausbildung oder eine Umschulung zum Mechatroniker absolviert hat, ergeben sich mit diesem Berufsabschluss vielfältige Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung. Man kann entweder das eine oder andere Seminar besuchen oder eine Aufstiegsweiterbildung in Angriff nehmen. Die folgenden Weiterbildungen bieten sich beispielsweise an:

  • staatlich geprüfte/r Techniker/in Fachrichtung Maschinentechnik Schwerpunkt Mechatronik
  • staatlich geprüfte/r Techniker/in Fachrichtung Maschinentechnik Schwerpunkt Automatisierungstechnik
  • staatlich geprüfte/r Techniker/in Fachrichtung Maschinentechnik ohne Schwerpunkt
  • staatlich geprüfte/r Techniker/in Fachrichtung Elektrotechnik ohne Schwerpunkt
  • staatlich geprüfte/r Techniker/in Fachrichtung Elektrotechnik Schwerpunkt Automatisierungstechnik
  • staatlich geprüfte/r Techniker/in Fachrichtung Windenergietechnik
  • Industriemeister/in Fachrichtung Elektrotechnik
  • Industriemeister/in Fachrichtung Mechatronik
  • Technische/r Fachwirt/in

Zu guter Letzt darf die Option eines berufsbegleitenden Studiums zu Weiterbildungszwecken nicht unerwähnt bleiben. Maschinenbau und Mechatronik sind interessante Studiengänge, die so an einigen Hochschulen neben dem Beruf beispielsweise per Fernstudium mit dem Ziel Bachelor oder Master studiert werden können.

Wann kann die Umschulung zum Mechatroniker gefördert werden?

FragenDamit die Umschulung zum Mechatroniker keine Frage des Geldes ist, besteht die Möglichkeit, eine Förderung zu erhalten. Arbeitslose sowie Menschen, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind, können sich an die Agentur für Arbeit wenden und dort um einen Bildungsgutschein bemühen. Wird dieser bewilligt, gibt es nicht nur eine Übernahme der Umschulungskosten, sondern auch finanzielle Hilfe zum Lebensunterhalt.

Macht dahingegen eine Erwerbsminderung eine weitere Ausübung des bisherigen Berufs unmöglich, ist die Rentenversicherung der richtige Ansprechpartner. Allerdings muss man dann kritisch hinterfragen, ob man mit der Mechatroniker-Umschulung die richtige Wahl trifft, schließlich handelt es sich dabei um einen körperlich fordernden Beruf. Mithilfe entsprechender Fördermaßnahmen winken jedoch neue Perspektiven in der Mechatronik, die als zukunftsorientiert gilt, ohne dass man das Ganze aus eigener Tasche finanzieren können muss.

Für wen ist die Umschulung zum Mechatroniker geeignet?

Dass man die formalen Voraussetzungen für die Mechatroniker-Umschulung erfüllen und sich diese auch leisten können muss, liegt auf der Hand, erklärt aber noch nicht, an wen sich entsprechende Umschulungsmaßnahmen konkret richten.

Menschen, die technisches Interesse haben, verantwortungsbewusst arbeiten und gerne experimentieren, bilden die Zielgruppe der Umschulung. Nur wer diese Eigenschaften mitbringt, kann als Mechatroniker glücklich werden und so nach der Umschulung eine vielversprechende zweite Karriere starten.

Wo kann man sich zum Mechatroniker umschulen lassen?

Grundsätzlich führt die betriebliche Ausbildung im dualen System zum Berufsabschluss als Mechatroniker/in. Quereinsteiger, die im Rahmen einer zweiten Ausbildung Mechatroniker werden möchten, nehmen stattdessen eine spezielle Umschulung in Angriff. Nun stellt sich allerdings die Frage, wo man sich zum Mechatroniker umschulen lassen kann.

Es besteht zwar durchaus die Möglichkeit einer betrieblichen Umschulung, doch die außerbetriebliche Umschulung ist deutlich weiter verbreitet. Diese findet als Vollzeitlehrgang statt und wird mehrheitlich von privaten Bildungsanbietern offeriert.

Alternativen zur Mechatroniker-Umschulung

All diejenigen, die über die Aufnahme einer Umschulung zum/zur Mechatroniker/in nachdenken, sollten grundsätzlich auch um die Alternativen wissen.

Dementsprechend sollten sie im Rahmen der Entscheidungsfindung auch an die folgenden Berufe denken:

  • Elektroniker/in Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik
  • Elektroniker/in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik
  • Elektroniker/in für Gebäude- und Infrastruktursysteme
  • Elektroniker/in für Geräte und Systeme
  • Elektroniker/in für Automatisierungstechnik
  • Elektroniker/in für Betriebstechnik
  • Elektroniker/in für Maschinen und Antriebstechnik
  • Industriemechaniker/in

Umschulungsmöglichkeiten für Mechatroniker/innen

Wer den Berufsabschluss als Mechatroniker/in in der Tasche hat und aus unterschiedlichen Gründen einen Berufswechsel vollziehen will oder muss, begibt sich auf die Suche nach einer passenden Umschulung.

Grundsätzlich gibt es hier alle Möglichkeiten, schließlich kommen Umschulungen ohne strenge Voraussetzungen aus. Eine technische oder handwerkliche Umschulung bietet sich jedoch in besonderem Maße an, weil man so auf bereits vorhandenen Vorkenntnissen und Erfahrungen aufbauen kann.

Checkliste: Darum geht es in der Mechatroniker-Umschulung

Menschen mit ernsthaftem Interesse an einer Umschulung zum/zur Mechatroniker/in wollen selbstverständlich wissen, was sie während der Maßnahme erwartet.

Hier geht es um die Themen, die im Rahmen der Qualifizierung behandelt werden. Da sich die Inhalte nicht von der klassischen Berufsausbildung zum/zur Mechatroniker/in unterscheiden, lassen sich die Themen folgendermaßen zusammenfassen:

  • Spanen, Trennen und Umformen
  • Vormontage von Komponenten
  • Montage von Maschinen und Anlagen
  • Programmierung mechanischer Systeme
  • elektrische, hydraulische und pneumatische Steuerungen
  • Arbeitsorganisation
  • Gesundheitsschutz
  • Umweltschutz
  • Kommunikation
  • Qualitätssicherung

Alternativen zur außerbetrieblichen Mechatroniker-Umschulung

Interessierte an einer Umschulung zum/zur Mechatroniker/in sollten stets auch die Alternativen kennen.

Im Zuge dessen geht es nicht nur um andere Berufe, sondern auch um andere Formen der Qualifizierung. Außerbetriebliche Lehrgänge sind hier zwar weit verbreitet, aber nicht die einzige Option. Stattdessen gibt es ebenfalls die folgenden Möglichkeiten:

  • betriebliche Umschulung
  • berufsbegleitende Ausbildung in Teilzeit

Quereinstieg in die Mechatronik per Externenprüfung

Weiterhin ist ein Quereinstieg ohne vorherige Ausbildung oder Umschulung zum/zur Mechatroniker/in möglich.

Auch ohne eine solche Qualifizierung kann man den offiziellen Abschluss erlangen, indem man nach einigen Jahren einschlägiger Berufspraxis an der Externenprüfung vor der IHK oder HWK teilnimmt.

Checkliste: Darauf kommt es bei der persönlichen Eignung als Mechatroniker/in an

Der formale Zugang zur Mechatroniker-Umschulung verzichtet im Allgemeinen auf strenge Voraussetzungen. Das bedeutet aber nicht, dass es sich um eine Qualifizierung für jedermann handelt. Interessierte sollten vielmehr ihrer persönlichen Eignung auf den Grund gehen und sich dabei an der folgenden Checkliste orientieren:

  • technisches Verständnis
  • handwerkliches Geschick
  • Genauigkeit
  • Sorgfalt
  • abstrakt-logisches Denkvermögen
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Organisationsgeschick
  • Anpassungsfähigkeit

Stellenangebote für Mechatroniker/innen

Idealerweise sollten die konkreten Perspektiven nach der Zweitausbildung in Sachen Mechatronik bereits vor der Teilnahme an einer entsprechenden Maßnahme ergründet werden. Auf diese Art und Weise kann man sicherstellen, dass es bessere Aussichten gibt und man der Perspektivlosigkeit des alten Berufs mithilfe der Qualifizierung entfliehen kann.

Dementsprechend ist es bereits für angehende Berufswechsler/innen überaus wichtig, sich mit aktuellen Stellenangeboten zu befassen. Ihre Zahl vermittelt einen Eindruck von der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Tätigkeitsbeschreibung sowie die jeweiligen Anforderungen liefern zudem wichtige Informationen rund um den beruflichen Alltag als Mechatroniker/in

5 Tipps für einen erfolgreichen Quereinstieg nach der Mechatroniker-Umschulung

Wer sich erfolgreich zum/zur Mechatroniker/in umschulen lassen hat, will damit den beruflichen Neustart schaffen und befindet sich spätestens nach dem Abschluss im Bewerbungsprozess.

Damit dieser von Erfolg gekrönt ist und die Maßnahme ihren Zweck erfüllt, sollten Berufswechsler/innen gezielt vorgehen. Die folgenden Tipps können hier behilflich sein:

  • Knüpfen Sie bereits während der Maßnahme Kontakt zu Unternehmen, die Mechatroniker/innen beschäftigen!
  • Nutzen Sie Kenntnisse und Kompetenzen aus Ihrem alten Beruf als Zusatzqualifikationen!
  • Fassen Sie anstelle einer außerbetrieblichen Maßnahme eine betriebliche Mechatroniker-Umschulung ins Auge, um direkt Fuß zu fassen!
  • Nehmen Sie die Unterstützung des Arbeitsamtes im Rahmen des Bewerbungsprozesses in Anspruch!
  • Bilden Sie sich kontinuierlich weiter, um dem Wandel innerhalb der Mechatronik sowie dem lebenslangen Lernen gerecht zu werden!

Achtung! Zwei Tipps aus der Redaktion

Die Mechatroniker-Umschulung eröffnet den Teilnehmenden viele Chancen, erweist sich aber zunächst vor allem als immense Herausforderung. Diese zu meistern ist nicht leicht und erfordert viel Engagement, Disziplin und Lerneifer.

Außerdem können ein paar Tipps nicht schaden, um das Ganze bestmöglich zu meistern. Angehende Mechatroniker/innen tun daher gut daran, die folgenden Tipps aus der stzgd.de-Redaktion zu beherzigen.

Informieren Sie sich über Umschulungsalternativen!

Mechatroniker/innen sind gefragte Fachkräfte, weshalb eine entsprechende Umschulung stets lohnenswert erscheint.

Nichtsdestotrotz gibt es Alternativen, die man nicht unbeachtet lassen sollte. Interessierte an einer Umschulung sollten daher unter anderem auch an die folgenden Ausbildungsberufe denken:

  • Industriemechaniker/in
  • Elektroniker/in
  • Werkzeugmechaniker/in
  • Kfz-Mechatroniker/in
  • Konstruktionsmechaniker/in
  • Feinwerkmechaniker/in
  • Fertigungsmechaniker/in
  • Metallbauer/in
  • Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/in

Denken Sie über ein berufsbegleitendes Studium nach!

Nach der erfolgreichen Mechatroniker-Umschulung kann man nicht nur durch klassische Weiterbildungen weitere Qualifikationen erlangen, sondern auch im Rahmen eines Studiums neben dem Beruf auf die zunehmende Akademisierung reagieren.

Per Fernstudium, Abendstudium, dualem Studium oder anderweitigem Teilzeitstudium kann man beispielsweise eines der folgenden Fächer studieren und nebenbei den Bachelor oder Master erlangen:

  • Mechatronik
  • Maschinenbau
  • Wirtschaftsingenieurwesen
  • Fahrzeugtechnik
  • Automatisierungstechnik
  • Elektrotechnik

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