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Umschulung Orthopädiemechaniker

Wer über eine Umschulung zur Orthopädiemechanikerin beziehungsweise zum Orthopädiemechaniker nachdenkt, sieht mitunter in der Anfertigung orthopädischer Hilfsmittel seine Berufung. Diese verhelfen Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen zu mehr Mobilität und erhöhen somit ihre Lebensqualität nachhaltig. Dass die Tätigkeit als Orthopädiemechaniker/in als sehr sinnstiftend empfunden wird, ist folglich kein Wunder.

Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit Bedrohte können die Phase der beruflichen Neuorientierung nutzen, um diesen erfüllenden Beruf von der Pike auf zu erlernen. Da die Orthopädiemechaniker-Umschulung aber auch einige Fragen aufwirft, sollte man sich vorab gut informieren.Umschulung

Die Umschulung zum/zur Orthopädiemechaniker/in

Menschen, die vor der Entscheidung stehen, eine Umschulung zu beginnen, werden mit der großen Herausforderung der Berufswahl konfrontiert. Wenn es um die Qualifizierung als Orthopädiemechaniker geht, sollte man zunächst wissen, dass die offizielle Berufsbezeichnung Orthopädietechnik-Mechaniker/in lautet.

Die fachlichen Kenntnisse und Kompetenzen werden auch im Rahmen der Umschulung, die typischerweise außerbetrieblich stattfindet, anhand der folgenden Inhalte vermittelt:

  • Medizinische Grundlagen
  • Materialkunde
  • Spanen
  • Umformen
  • Krankheitslehre
  • Dysfunktionen des Bewegungsapparates
  • Patientenberatung
  • Abformungstechnik
  • Herstellung orthopädietechnischer Hilfsmittel
  • Bandagen
  • Kompressionsstrumpfversorgung
  • Herstellung und Anpassung orthopädischer Fußeinlagen
  • Herstellung von Prothesen
  • Montage von Rehabilitationshilfsmitteln

Voraussetzungen, Dauer und Kosten

FragenInteressenten an der Umschulung zum Orthopädiemechaniker beziehungsweise Orthopädietechnik-Mechaniker müssen zumindest theoretisch keine bestimmte Vorbildung vorweisen können. Umschulungen sind allerdings als Zweitausbildungen gedacht, so dass eine Erstausbildung sowie eine entsprechende Berufserfahrung schon vorhanden sein sollten. Weiterhin muss man als angehender Orthopädiemechaniker bereit sein, noch einmal von vorne zu beginnen. Dann dauert die Umschulung zwei bis drei Jahre.

Die daraus resultierende finanzielle Belastung ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Je nach Anbieter können mehrere Tausend Euro Lehrgangsgebühren anfallen, während die laufenden Lebenshaltungskosten den Druck noch weiter erhöhen. Arbeitssuchende, von Arbeitslosigkeit Bedrohte und Erwerbsgeminderte haben aber gute Chancen auf eine Förderung und können sich diesbezüglich an das Arbeitsamt oder die Rentenversicherung wenden.

Karrierechancen nach der Umschulung zur Orthopädiemechanikerin

Als Orthopädiemechaniker geht man einem sehr wichtigen Beruf nach, denn Patienten erhalten hier Hilfsmittel, die ihren Alltag erleichtern und bestehende körperliche Defizite mitunter ausgleichen können. Wer genau darin seine Berufung sieht und zugleich eine aussichtsreiche Karriere anstrebt, sollte wissen, dass Orthopädiemechaniker/innen vor allem in den folgenden Bereichen gebraucht werden:

  • Sanitätshäuser
  • Rehawerkstätten
  • Orthopädietechnik-Werkstätten

Verdienstmöglichkeiten als Orthopädiemechaniker

GehaltDie Tatsache, dass man als Orthopädietechnik-Mechaniker Patienten zu mehr Lebensqualität verhelfen kann, ist ohne Frage unbezahlbar. Dennoch sollten die Verdienstmöglichkeiten nicht gänzlich außer Acht gelassen werden.

Obwohl gewisse Unterschiede existieren kann man sich vor der Orthopädiemechaniker-Umschulung an einem durchschnittlichen Gehalt zwischen rund 18.000 Euro und 36.000 Euro brutto im Jahr orientieren.

Wie geht es nach der Umschulung zum Orthopädiemechaniker weiter?

Qualifizierte Orthopädiemechaniker können es nach Abschluss der Umschulung zumeist kaum abwarten, endlich in ihrem neuen Beruf tätig zu werden. Nachdem der berufliche Werdegang alles andere als geradlinig verlief, ist es nun an der Zeit, karrieretechnisch durchzustarten.

Dabei sollte man nicht nur nach passenden Jobs, sondern auch vielversprechenden Weiterbildungen Ausschau halten. Neben Seminaren und Kursen zu einzelnen Themen sind hier vor allem die folgenden Fortbildungen zu nennen, die einen Aufstieg auf der Karriereleiter nachhaltig begünstigen:

  • Orthopädietechnikermeister/in
  • Orthopädieschuhmachermeister/in
  • Techniker/in – Medizintechnik
  • Fachmann/-frau für Rehatechnik und Sanitätshauswaren

Wer bietet Umschulungen zur Orthopädiemechanikerin an?

Betriebe, die Orthopädiemechanikern Beschäftigungsmöglichkeiten bieten, kommen grundsätzlich auch für eine betriebliche Umschulung zum Orthopädietechnikmechaniker in Betracht. Die außerbetriebliche Umschulung ist allerdings weit verbreitet und kommt als schulischer Lehrgang daher. Dieser kann beispielsweise über Berufsförderungswerke absolviert werden. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Anbieter, die die Möglichkeit bieten, sich zum Orthopädietechnik-Mechaniker umschulen zu lassen.

Achtung! Tipps aus der Redaktion:

Menschen, die sich beruflich umorientieren müssen und dabei mit einer Zukunft als Orthopädiemechaniker/in liebäugeln, sollten sich der Herausforderungen, die auf sie zukommen, bewusst sein und daher unter anderem die folgenden Tipps aus unserer Redaktion zu schätzen wissen.

Berücksichtigen Sie auch Alternativen zur Orthopädiemechaniker-Umschulung!

Orthopädiemechaniker beziehungsweise Orthopädietechnik-Mechaniker ist ein toller Beruf, der medizinische und technische Aspekte miteinander verbindet und somit ein spannendes Tätigkeitsfeld bietet. Dennoch gibt es durchaus mögliche Alternativen, die auf der Suche nach der idealen Umschulung für den beruflichen Neustart nicht außer Acht gelassen werden sollten. Unter anderem die folgenden Umschulungsalternativen sind demnach erwähnenswert:

  • Orthopädieschuhmacher/in
  • Augenoptiker/in
  • Zahntechniker/in
  • Chirurgiemechaniker/in
  • Hörakustiker/in

Denken Sie über ein berufsbegleitendes Studium nach!

Orthopädiemechaniker beziehungsweise Orthopädietechnik-Mechaniker ist zwar ein klassischer Ausbildungsberuf, aber auch im Bereich der Rehatechnik zeichnet sich zunehmend eine Akademisierung ab. Vor allem höhere Positionen erfordern immer häufiger einen Studienabschluss, da den Karrierechancen ansonsten Grenzen gesetzt sind.

Wer die Orthopädiemechaniker-Umschulung geschafft hat, kann beispielsweise ein berufsbegleitendes Studium in Angriff nehmen. Als Abendstudium, Fernstudium oder anderweitiges Teilzeitstudium lässt sich der Bachelor beziehungsweise Master flexibel mit dem Beruf vereinbaren. Besonders lohnende Studiengänge sind hier unter anderem:

  • Orthopädietechnik
  • Biomechanik
  • Medizintechnik
  • Medizinische Informatik
  • Rehatechnik

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